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  • Private Verkehrswende

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 27.09.2021 in Mobilität

    Diesen Sommer haben wir uns endgültig von unserem privaten PKW verabschiedet.

    Auto wird abgeholt (August 2021), Bild: Martin Kohlhaas
    Auto wird abgeholt (August 2021), Bild: Martin Kohlhaas

    Es war ein Abschied auf Raten. Letzten September war die Hauptuntersuchung fällig und der Kostenvoranschlag steigerte die Motivation einen Schlussstrich unter dieses Kapitel zu ziehen. Es folgte die Abmeldung am 13. Oktober 2020.

    Darauf folgte ein gutes halbes Jahr in der Hoffnung, das Fahrzeug noch irgendwie zu etwas Geld zu machen. Zunächst hatte die Werkstatt Ankäufer in Aussicht gestellt, was sich bis ins Frühjahr nicht erfüllte.

    Dann haben wir uns selbst mit einer Anzeige auf einer Gebrauchtwagenplattform versucht. Schlussendlich, die Geduld am Ende und keine Lust den Jahrestag des abgemeldeten Autos noch zu erleben, der Anruf beim Autoverwerter.

    Diese holte dann am 9. August das Auto ab. Mögen nun noch viele nützliche Ersatzteile ihren Weg in andere Fahrzeuge finden.

    Soweit zum Abschied. Nun zum Anfang: gleich im Oktober erfolgte die Anmeldung bei teilAuto.

    Motivation für die Autoausleihe

    • Fahrten in Gebiete ohne gute Bahnanbindung (z.B. Weimar–Dankmarshausen) und zu Zeiten, wo der Bahntakt sowieso mies ist
    • Fahrten mit der ganzen Familie (zu dritt/viert) zu den Eltern, wo der Bahnpreis den Leihpreis weit übersteigt.
    • Transportfahrten zum Gartenmarkt (wären auch über Lastenrad machbar - demnächst mal den Leihservice der Stadt Weimar testen)
    • Fahrten zum Tierarzt (Vorort von Weimar)

    Erkenntnisse nach fast einem Jahr Autofreiheit

    • Wenn kein Auto in der Garage steht, benutzt man weniger ein Auto. In unserer Nähe sind so viele teilAuto-Stationen, dass immer eine spontane Leihe möglich wäre.
    • Wären die Bahnangebote bzw. die ÖPNV-Vernetzung häufiger und günstiger, dann würden noch mehr Gründe für Autofahrten entfallen.

    Wir haben also eine neue Qualität der Mobilität entdeckt und ich für meinen Teil bin froh, mich nicht mehr um ein eigenes Auto kümmern zu müssen. ADAC, Versicherung und Steuern als Einzelposten sind damit auch vom Tisch und es ist viel mehr Platz in der Garage für Fahrräder, Hänger usw.

    Am Jahresende gibt es die tatsächlichen gefahrenen Kilometer auf der Verbrauchsseite zu finden.

  • Braucht Weimar einen Radentscheid? Offenbar ja.

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 11.04.2021 in Mobilität, Weimar

    2019 stellte ich mir die Frage hier im Blog und kam zum Schluss, dass mit dem Radverkehrskonzept ein Konzept für Weimar vorliegt und ein Radentscheid daher nicht nötig sei.

    Auftakt Radentscheid Weimar
    Auftakt Radentscheid Weimar

    Im Beitrag schrieb ich auch, dass keine Forschritte erkennbar sind, und die Umsetzung des Radverkehrskonzeptes nicht kommunikativ begleitet wird. Drei Jahre später nun, nach eingehenden Analysen des Radverkehrskonzeptes, nach Rückschritten für eine Verkehrswende (Beispiel: Sophienstiftsplatz), nach aktuellen Patzern im Umgang mit der Sperrung es Ilmradweges und dementsprechend schlechten Perspektiven für substantielle Fortschritte für den Radverkehr in Weimar wurde die Frage nach einem Radentscheid für Weimar nun offenbar mit JA beantwortet.

    Am 14. April 2021 gibt es ein Online-Auftakttreffen. Dazu gab es folgende Einladung:

    Hallo Fahrradbegeisterte und Interessierte an einer nachhaltigen Mobilitätswende in Weimar!

    Worum geht`s beim Auftakt für einen Radentscheid in Weimar?
    Wir wollen ein Bürger:innenbegehren für ein fahrradfreundliches und lebenswerteres Weimar, in dem alle von jung bis alt sicher und komfortabel mit dem Rad & zu Fuß von A nach B kommen, starten.
    Du fragst dich, was ein Bürger:Innenbegehren ist? Infos dazu gibt's beim Auftakttreffen oder hier:
    https://www.adfc.de/artikel/radentscheide-in-deutschland-1/

    Wer sind wir?
    Aktuell sind wir eine bunt gemischte Gruppe von Einzelpersonen aus verschiedenen Nachhaltigkeitsinitiativen, die sich in den letzten Monaten Gedanken gemacht haben, wie der Radentscheid Weimar aussehen kann. Jetzt brauchen wir euer vielfältiges Mitwirken!

    Wann geht’s los?
    Darum laden wir Euch herzlich zum Auftakttreffen am 14. April 2021 um 20 Uhr ein, um gemeinsam Vision und Ziele zu entwickeln und eine Orga-Gruppe für die Umsetzung eines Bürger:innenbegehrens auf die Beine zu stellen.
    https://meet.jit.si/radentscheid-ymr

  • Radverkehr in Weimar

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 13.01.2020 in Mobilität, Weimar · 2 Kommentare

    Wie ist der Umsetzungsstand des Weimarer Radverkehrskonzeptes?

    Illustration Radentscheid / Social, Header, Bild: Martin Kohlhaas
    Illustration Radentscheid / Social, Header, Bild: Martin Kohlhaas

    Im März letzten Jahres hatte ich nach einer Partydiskussion zum Thema Radentscheid recherchiert und dabei auch das Radverkehrskonzept 2030 der Stadt Weimar behandelt.

    Unter der Teilüberschrift „Was tun?“ hatte ich drei Punkte aufgelistet:

    • bessere Aufbereitung des 68seitigen Dokuments
    • interaktives Tracking der Maßnahmen
    • als Radfahrende sichtbar werden (z. B. Critical Mass)

    Da die Critical Mass in Weimar bisher immer noch nicht richtig funktioniert, habe ich nun den Schwung des Jahresbeginns genutzt, um die Idee hinter den ersten beiden Punkten anzugehen. Unter atelier-virtual.de/radverkehr-weimar/ habe ichalle Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept herausgezogen und diese auf einer Karte eingetragen (Stichwort Aufbereitung). Per E-Mail habe ich radfahrende Bekannte gebeten, den Umsetzungsstand der jeweiligen Maßnahmen zusammenzutragen.

    Innerhalb von sehr wenigen Tagen konnte ich für 25 von 31 Maßnahmen einen Status eintragen (Stichwort Tracking).

    Vielen Dank dafür an alle, die so schnell reagiert haben.

    Erwartung vs. Ergebnis

    Ich hatte das Ergebnis in etwa so erwartet. Mir scheint es allerdings so zu sein, dass es radfahrbezogene Baumaßnahmen an Stellen gab, die gar nicht im Radverkehrskonzept standen. Und auf der anderen Seite gibt es – das zeigten auch die Rückmeldungen – noch ganz viele Stellen mehr, die in Weimar problematisch sind.

    Nächste Schritte

    • Ganz konkret wird diese Liste im ADFC-Weimar beim Aktiventreffen im Februar (4.2.2020, 18:30 Uhr, Kipperquelle) diskutiert werden.
    • Dabei ist ein Ziel, eine Rückmeldung der Stadt zum aktuellen „Fortschritt“ zu bekommen.
    • Ich würde die Maßnahmenseite gerne um zwei Kategorien erweitern: Wunschliste (Rückmeldungen zu weiteren Problemstellen) und Positiv-Beispiele (so es die denn gibt)

    Der Abschlussbericht zum Radverkehrskonzept trägt das Datum Dezember 2017 und ist damit jetzt ziemlich genau zwei Jahre alt. Wenn die Jahreszahl 2030 im Titel als Zielmarke dienen soll, dann bedeutet das noch 10 Jahre Zeit. Ich finde das gleichzeitig viel und wenig Zeit.

    Viel Zeit, wenn ich die doch recht überschaubare Liste von 31 Maßnahmen dagegenhalte, von denen16 Maßnahmen in der Freigabe von Einbahnstraßen – also verkürzt gesagt der Montage eines Zusatzschildes – bestehen.

    Wenig Zeit, wenn ich den Fortschritt der letzten zwei Jahre auf die kommenden zehn Jahre projiziere. Wenig Zeit auch, wenn ich das Ziel – Verbesserung des Radverkehrs – im Kontext der notwendigen Klimaschutzbemühungen (Reduzierung des verbrennergebundenen Individualverkehrs) sehe.Ginge es danach, dann müssten viel mehr Maßnahmen in diesen zehn Jahren umgesetzt sein.

    Vielleicht bringt das neue Jahr hier etwas Dynamik in die Sache.

  • Wir haben keine Zeit mehr …

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 21.08.2019 in Klima · 1 Kommentar

    Diese Präsentation von Professor Will Steffen (Wikipedia) ist vom 27. Juni 2018. Der Vortrag dauert knapp eine Stunde und gibt eine wirklich knappe Zusammenfassung der Klimakatastrophe (aus australischer Sicht). Er schafft es besonders gut, klarzumachen, dass wir nur ein „System“ Erde haben. Machen wir das kaputt, ist es kaputt. Er zeigt deutlich die Unterschiede der 1,2°, 2° bzw. 4°-Szenarien auf. Sommer 2018 noch mit dem Hinweis, dass die Zeit knapp ist und 2020 der Höhepunkt des CO2-Ausstoßes erreicht sein muß (wer die Nachrichtenlage verfolgt weiß, wie es darum steht). Das 1,5°-Ziel sieht er (und er bezieht da seine KollegInnen mit ein) nicht mehr erreichbar. 2° wäre möglich, wenn jetzt gehandelt würde. In einer „4°-Welt“ bleiben noch bewohnbare Lebensräume für geschätzt 1 Milliarde Menschen (aktuelle Weltbevölkerung 7,5 Mrd.).

    Dieser Vortrag ist wirklich gut erzählt und eventuell sogar für nicht englischsprachige Menschen in wesentlichen Punkten zu verstehen. Der Vortrag ist über ein Jahr alt und alle Messungen und weiteren Forschungsergebnisse seit dem haben die Prognosen übertroffen, teilweise in Dimensionen (Eisschmelze Grönland, Permafrost Arktis).

    Leider gibt es keine adäquate Berichterstattung.

    Update 21.02.2020: Dank Crowdfunding gibt es jetzt eine professionelle deutschsprachige Übersetzung und Vertonung des Vortrages.

  • Apfelernte 2019

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 05.08.2019 in Essen & Trinken, Selbermachen, Selbstversorgung · 1 Kommentar

    Nachdem wir in den letzten Tagen aus heruntergefallenen Äpfeln bereits mehrere Gläser Apfelmus eingekocht hatten, Apfelkuchen gebacken und Äpfel gedörrt war klar, dass wir uns dieses Jahr bei der Verarbeitung etwas anderes einfallen lassen müssen.

    Ein Teil der Apfelernte 2019, Bild: Martin Kohlhaas + 4 Bilder
    Ein Teil der Apfelernte 2019, Bild: Martin Kohlhaas

    Unser Apfelbaum hing so voll wie noch nie und seit etwa zwei Wochen fielen verstärkt Äpfel herunter. Der Plan war also, möglichst alle Äpfel am Wochenende abzunehmen und Saft zu pressen. Eine Presse bekommt man bei GRUENE LIGA ausgeliehen.

    Hier das Ergebnis: 45 kg Äpfel ergaben knapp 15 Liter Saft. Der reine Verarbeitungsaufwand (Presse montieren, vorbereiten, Äpfel durchleiern, Saft kochen, abfüllen, Presse demontieren/reinigen) hat uns zu dritt für drei Stunden beschäftigt. Dazu kamen ein Vormittag für das Pflücken sowie mehrere Stunden, um im Haus alles wieder sauber zu machen.

    Ab sofort werden wir jede Kiste Apfelsaft mit ganz anderer Wertschätzung aus dem Laden nach Hause tragen.

  • Es ist nicht der Klimawandel.

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 24.07.2019 in Klima · 1 Kommentar

    „Der Klimawandel zerstört unsere Wälder.“, „Der Klimawandel lässt die Gletscher schmelzen.“

    Kurz vor 12, Bild: Image by PublicDomainPictures from Pixabay
    Kurz vor 12, Bild: Image by PublicDomainPictures from Pixabay

    Das ist eine verkürzte Sichtweise. Und es ist eine Sichtweise, die suggeriert, dass man/wir gegen diesen anonymen „Klimawandel“ nichts tun können.

    Doch die Klimakatastrophe ist eine Folge. Sie ist eine Folge von menschengeschaffenen Bedingungen und menschenverursachten Schäden. Der Wald stirbt wegen ungeeigneter Forstwirtschaft, wegen fehlender Diversität. Der Wald stirbt, weil Menschen ihn schwächen. Und wenn etwas durch Menschen verursacht ist, dann kann diese Ursache auch durch Menschen wieder beseitigt werden.

    Die Gletscher schmelzen wegen des Treibhauseffekts. Der Treibhauseffekt ist eine Folge massiven CO2-Ausstoßes. Der massive CO2-Ausstoß ist eine Folge unserer kapitalistisch geprägten Lebensweise, der Industrie, des Konsums, des Verkehrs. Und wenn der CO2-Ausstoß durch Menschen verursacht wird, dann kann diese Ursache auch durch Menschen wieder beseitigt werden.

    Wir sind der Klimakatastrophe nicht per se ausgeliefert. Nicht, bis die Kipppunkte überschritten sind. Nicht, bis autonome Verstärkungskreisläufe die Regie übernehmen.

    So lange noch haben wir die Möglichkeit, den menschlichen Faktor der Ursachen zu mindern. Wie lange dieses „so lange noch“ dauert, ist sehr vage. Es wäre also nur logisch, eher früher als später mit effektiven Maßnahmen zu beginnen. Wenn wir den Kipppunkt bemerken, dann hat er schon stattgefunden.

    Die Zeit zu handeln ist jetzt.

  • „Verdammt, die Welt geht wirklich unter“

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 23.07.2019 in Klima

    Die Erkenntnis sickert langsam durch. Diesmal hat es Raphael Thelen erwischt, der seine Gewahrwerdung auf T-Online publiziert hat.

    Symbolbild Presseschau, Bild: Martin Kohlhaas
    Symbolbild Presseschau, Bild: Martin Kohlhaas

    Der Essay erschien am 21.07.2019 und wird in meiner Twitter-Timeline hoch- und runter verlinkt. Die Quelle T-Online mach Hoffnung, dass die Reichweite auch andere Blasen erreicht.

    In unserer durch Medien geprägten Welt habe wir „alles“ schon gesehen. Scheinbar jede Art des Weltuntergangs wurde bereits von Emmerich und Co. verfilmt. Wir haben alle Dystopien schon in Büchern durchgespielt.

    Was im Moment passiert kommt mir so vor, wie der Moment, wenn man sich mit dem Hammer auf den Finger haut. Wie, wenn man sich beim Kochen schneidet. Wie, wenn man doch an den zu hei0en Topf gefasst hat. „Es tut ja doch weh!“ „Es blutet ja echt!“ „Das ist ja wirklich heiß!“ Wir machen wieder Realitätserfahrungen und - siehe Thelen - stellen fest, dass die echten Dystopien ganz trocken als wissenschaftliche Aufsätze ohne CGI daherkommen. Diese Verbindung zwischen der „Theorie“ auf der einen Seite und den Bildern auf der anderen haben wir noch nicht hergestellt. Die Katastrophe hat für uns die Gesichter von Bruce Willis, Brad Pit oder Jake Gyllenhaal. Den Filmdreck, das Filmblut und die Special Effects projizieren wir auf die Bilder von Waldbränden oder ertrunkenen Geflüchteten - nicht wirklich.
    Die Katastrophe ist schön. So ein Gletschersee oder Schlittenhunde, die über Wasser laufen sind vor allem eines: fotogen. Wir bringen das nicht mit uns zusammen. Wir müssen diese Bilder zu unserer Realität machen. „Ja, das brennt wirklich!“ „Ja, das schmilzt wirklich!“ „Ja, diese Hitzewellen sind nicht lebenswert!“ „Ja, die Dürre macht unsere Landwirtschaft, unsere Wälder kaputt!“

    Meine Eltern sind kurz nach dem zweiten Weltkrieg geboren. Die Umstände waren zu Beginn scheiße aber für den Rest des Lebens wurde alles immer besser. Meine Generation hat es bis jetzt „schön“ aber unsere Prognose ist Scheiße. Ich würde das nicht als die bessere Wahl bezeichnen - vor allem mit Blick auf unsere Kinder. Ich kann diesen „Wohlstand“ nicht mehr genießen. Er ist Fake. Ein Kartenhaus, durch das nur noch nicht der richtige Windstoß fuhr.

    Das Mantra „Wir können jetzt noch etwas tun“ macht sich fest an des Prognoselinien zur Erreichung des 1,5°-Ziels die sich stetig dem Lot nähern (Grafik: IPCC carbon emission pathway to limit warming to 1.5 degrees). Die Beschreibungen der notwendigen Anstrengungen für einen gesellschaftlichen Umbau erreichen momentan ebenfalls filmische Dimensionen um den Bogen zum Anfang wieder zu schließen. Ein Marschallplan für das Klima, Anstrengungen wie vor der Mondlandung usw. werden als notwendig aufgerufen.

    Cut. Das Messer ist durch den Finger gegangen. Wir haben den Schnitt schon gesehen und die ersten Blutstropfen. Der Schock unterdrückt noch den Schmerz. Gleich wird es schlimm aber wir sind noch nicht auf dem Weg, das Pflaster zu holen.
    Die Klimakrise geht nicht weg. Sie ist kein Film, den wir abschalten können, kein Buch, was irgendwann ausgelesen ist (oder weggelegt werden kann, wenn es zu unangenehm wird). Das ist die Perspektive eines privilegierten Mittvierzigers - Weltschmerz aber auf solider Grundlage.

    Für einen Achtzehnjährigen sieht die Perspektive wohl anders aus. Greta Thunberg hat in ihrer wieder sehr präzisen Rede in Berlin am 19.7. um Hilfe gebeten. „We cannot do this alone. We beg you for help.“. Unsere Kinder brauchen uns. Diesmal nicht für Hausaufgaben, Liebeskummer oder einen Umzug.

    Wir werden gebeten – an jedem Freitag – den in der Politik Verantwortlichen zu zeigen, dass Sie handeln müssen aber speziell und nochmal mit Nachdruck in der Aktionswoche vom 20. bis 27. September zu weltweiten Klimademonstrationen. Lassen wir sie nicht allein. Nebenbei ist das die größte Selbsthilfegruppe zum Ertragen all der frustrierenden Nachrichten.

  • Meldungen

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 12.07.2019 in Klima, Medien

    Wieder ein Freitag mit aktuellen Meldungen zum wichtigsten derzeitigen Thema …

    Symbolbild Presseschau, Bild: Martin Kohlhaas
    Symbolbild Presseschau, Bild: Martin Kohlhaas

    Regionale Meldungen

    diesmal zuerst:

    Deutschsprachige Meldungen

    • „Die Welt wird viel schneller heiß“ auf spektrum.de vom 28.02.2019
      Der Klimawandel wird massiv unterschätzt, insbesondere auf kurze Sicht, argumentieren drei Klimaforscher. Deswegen müssen Prioritäten in der Klimapolitik neu gesetzt werden.
    • „Die Arktis brennt“ auf spiegel.de vom 5. Juli 2019
      Am nördlichen Polarkreis wüten ungewöhnlich heftige Großfeuer auf enormen Flächen - und das schon seit Wochen. Allein im Juni bliesen die Brände 50 Megatonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre.
    • und zum gleichen Thema „Der andere arktische Klima-Teufelskreis“ auf spektrum.de vom 9. Juli 2019
      Tausende Quadratkilometer Torflandschaft brennen. Die Feuer gefährden auch den Permafrost - und könnten dadurch einen sich selbst verstärkenden Prozess in Gang setzen.

    Englischsprachige Meldungen

    Eine ausführliche und aufwändig aufbereitete Geschichte mit vielen Illustrationen und Diagrammen über auftauende Permafrostböden in Canada „BEYOND FROZEN“ in thestar.com vom 4. Juli 2019
    „In Nunavut, water and sewer pipes in the capital Iqaluit are cracking during the winter as the ground shifts – costing the city hundreds of thousands of dollars in repairs. In Nunavik, the northern third of Quebec, ponds and lakes are “browning” as thawing permafrost deposits organic matter into the water. In the west, cracks large enough to swallow a man have opened on the Alaska Highway in the Yukon. Great chunks of soil and ice are falling off coastline in the Northwest Territories and tumbling into the Beaufort Sea.“

    Das MetOffice (staatlicher meteorologischer Dienst in UK) hat einen neuen Bericht über die Wasseroberflächentemperaturen (sea surface temperature - SST) der Meere veröffentlicht und damit die Zahlen von 2011 aktualisiert. Dieser Bericht ist Anlass des Artikels „Analysis: Major update to ocean-heat record could shrink 1.5C carbon budget“ auf carbonbrief.org vom 27. Juni 2019 mit der Schlussfolgerung „Carbon Brief estimates that the revisions to the Hadley SST record would reduce the global “carbon budget” remaining to limit warming to 1.5C by between 24% and 33%, depending on how the budget is calculated. A smaller budget would mean humanity has fewer carbon emissions it can still emit before committing the world to 1.5C of global warming.“

    „Unser Haus brennt“ also und was tun wir - also was tun unsere Entscheider, unsere Politik? Nun, offenbar nicht viel, jdenfalls nichts über Symbolpolitik hinaus. Doch können sie im aktuellen System überhaupt (noch) etwas machen? „Missing Link: Kontrollverlust der liberalen Demokratien – Panik ist angebracht“ ein Artikel auf heise.de vom 7. Juli 2019 beschäftigt sich mit dieser Frage im Rahmen eines Gespräches mit Birgitta Jonsdottir – Politikerin, Poetin und Chefin des Icelandic Modern Media Institute – die 2016 als mögliche erste Präsidentin für die Partei der Piraten gehandelt wurde.

    Ich kann den Aufruf von letzer Woche nur wiederholen: Bitte unterschreibt die Petition „Ausrufung eines Klima-Notstandes innerhalb der nächsten drei Monate zum Erreichen einer effektiven Klimapolitik“ an den deutschen Bundestag (noch bis 27.7.2019 möglich).

  • Wir sitzen im klimatisierten Reisebus auf der Autobahn …

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 07.07.2019 in Klima

    … während draußen die Hitze glüht. Dem Fahrer ist gerade der Schalthebel abgebrochen. Die ersten Reihen haben es gesehen und geben die Info an die anderen Plätze weiter. Dort glaubt man es nicht bzw. macht sich über den Alarmismus lustig …

    Blick aus dem Busfenster, Bild: K. Kohlhaas
    Blick aus dem Busfenster, Bild: K. Kohlhaas

    Was noch keiner weiß ist, dass das Bremssystem ebenfalls kaputt ist. Die einzige Möglichkeit wäre jetzt, den Bus kontrolliert an der Leitplanke abzubremsen, bevor alle in der nächsten Kurve zu spät merken werden, dass auch die Lenkung blockiert ist.

  • Meldungen

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 05.07.2019 in Klima

    Es ist Freitag. In Weimar gibt es heute keine Fridays-For-Future-Demo. Deshalb statt dessen hier wieder Links zu Beiträgen, die mich diese Woche beschäftigt haben.

    Symbolbild Presseschau, Bild: Martin Kohlhaas
    Symbolbild Presseschau, Bild: Martin Kohlhaas

    Der in meiner Twitter-Timeline wohl am häufigsten geteilte Artikel kam von Telepolis: „Weltklima auf der Kippe“ vom 3.7.2019. Dieser Artikel fasst die aktuelle Besorgnislage zusammen. Am Beispiel des globalen Saatgut-Tresors auf Spitzbergen „Im ‚ewigen Eis‘ der arktischen Inselgruppe sollte die Saatgutvielfalt der Welt katastrophensicher über lange Zeiträume gelagert werden - um einen postapokalyptischen Neuanfang zu ermöglichen, wie Kritiker dieses Unterfangens scherzten. Doch nicht einmal zehn Jahre nach der Inbetriebnahme des Tresors ist dieser im Mai 2017 durch Schmelzwasser beschädigt worden.“ oder zum Thema „Alarmismus“ noch einmal die ein Hinweis, dass die bisherigen Prognosen zu optimistisch waren: „Wissenschaftler warnen inzwischen offen davor, dass der Menschheit noch fünf Jahre bleiben, um ‚sich vor dem Klimawandel zu retten‘. Der Klimawandel droht somit, außer Kontrolle zu geraten - jetzt und hier, nicht erst in ein paar Dekaden oder Jahren.“ und am Ende eine Art Handlungsaufforderung: „Es liegt folglich angesichts der aktuellen Entwicklungen offen auf der Hand, dass eben dieses blindwütig amoklaufende Kapitalverhältnis schnellstmöglich in Geschichte überführt werden muss, sollte die Menschheit mittelfristig noch eine Überlebenschance behalten.“.

    Weiterführende Links zum Thema Permafrost:
    Süddeutsche Zeitung: „Wie im Sommer 2090“ vom 17.06.2019
    spektrum.de „7000 Gasblasen wölben sich in Sibirien auf“ vom 23.03.2017
    The Guardian: „Scientists shocked by Arctic permafrost thawing 70 years sooner than predicted“ vom 18.06.2019

    Da das alles geografisch sehr weit weg ist, hier auch eine aktuell Meldungen „aus der Region“:
    Ostthüringer Zeitung: „Buchensterben in Thüringer Wäldern noch schlimmer als prophezeit“ vom 3.7.2019

    Die Natur lässt nicht mit sich verhandeln. Sie ist unempfänglich für Kompromisse. Wir sind es, die reagieren müssen. Im Moment gibt es noch eine Chance des Handelns. Wenn die Prognosen weiter so übertroffen werden, dann bleibt nur noch Reaktion im Krisenmodus. Deshalb jetzt die Herausvorderung annehmen und Maßnahmen zum Schutz des Klimas zur obersten Priorität erklären.

    Bitte unterschreibt die Petition „Ausrufung eines Klima-Notstandes innerhalb der nächsten drei Monate zum Erreichen einer effektiven Klimapolitik“ an den deutschen Bundestag (noch bis 27.7.2019 möglich).

  • Wie es wird, wissen wir nicht

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 03.07.2019 in Klima

    Die FFF-Proteste und Forderungen legen nahe, dass es genau eine mögliche/notwendige Zukunft geben wird/muss. Die „ganze Welt“ stellt ihr Verhalten um und rettet in einer gemeinsamen Kraftanstrengung den Planeten.

    gleichzeitig …, Bild: Bilder: The Earth seen from Apollo 17 | https://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_Earth_seen_from_Apollo_17.jpg | Zastaki.com - Planet on fire https://www.zastavki.com/eng/Space/wallpaper-82262.htm
    gleichzeitig …, Bild: Bilder: The Earth seen from Apollo 17 | https://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_Earth_seen_from_Apollo_17.jpg | Zastaki.com - Planet on fire https://www.zastavki.com/eng/Space/wallpaper-82262.htm

    (Gedanken zum Gespräch Welzer/Jung, Jung & Naiv Folge 419)

    Daran zu glauben kommt mir dann doch eher religiös vor. Wahrscheinlicher ist, dass alles gleichzeitig passiert …

    • es gibt wunderbare ökologische Nischen, Vorzeigestädte, Landkreise, Regionen
    • parallel gibt es schreckliche Tagebau-/Bergbaugebiete mit schlimmster Naturausbeutung
    • es gibt offene Gesellschaften/Communities, die Menschen aller Ethnien, Geschlechter und sexueller Präferenzen integrieren
    • parallel gibt es streng separierte Gesellschaften, die aus religiösen oder irgendwie komischen weltanschaulichen Gründen nur ihresgleichen akzeptieren
    • es gibt Orte des Gemeinwohls, wo Räume, Dinge und Aktivitäten gemeinsam genutzt und geteilt werden
    • parallel gibt es die „private Burg“, den Massenkonsum, die Verschwendung.

    Alles gleichzeitig, alles parallel. Das ist keine schöne Vorstellung aber eine, die sich realistischer anfühlt, als die utopische, zuerst beschriebene der geretteten Welt.

    Das „Gleichzeitigkeits-Szenario“ birgt natürlich Anlass für Fragen/Sorgen. Zentral dabei: Wie gehen die verschiedenen Parallelwelten miteinander um? Man kann vermuten, dass in einer solchen Konstellation nicht von grundlegenden gemeinsamen Klimaschutzbemühungen ausgegangen werden kann. Das bedeutet, dass das 1,5°-Ziel nicht erreicht wird, damit die Rahmenbedingungen schonmal prinzipiell schwieriger werden. Es wird also tendenziell allen „schlechter“ gehen – oder eher: die Bedingungen werden für alle schlechter aber einige können das besser kompensieren (gated communities mit Klimaanlage, Versorgung durch Lieferdienste, Umzug in „angenehmere“ Gegenden). Wo sich die allgemeinen Rahmenbedingungen zuspitzen ist auch von einer steigenden Tendenz für Spannungen/Gewalt/Neid etc. auszugehen.

    Es wäre natürlich wünschenswert, dass die utopisch geprägten Gebiete eher größer ausfallen bzw. in der Mehrzahl sind und dass ihre Umsetzung eher früher als später passiert. (Das Projekt von ZEIT Online zu den Ergebnissen der Europawahl 2019 lässt da eher andere Mehrheitsverhältnisse sichtbar werden. | https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-07/europawahl-gemeinden-eu-mitgliedsstaaten-ergebnisse-analyse).

    Was bei diesen Betrachtungen gar nicht berücksichtigt ist, sind „unplanbare Katastrophen“, die „uns“ (Menschheit) ein Handeln aufzwingen (im besten Fall) oder zum Ertragen nötigen. Darunter würde ich fassen

    • Vulkanausbrüche / Erdbeben,
    • Atomkraftwerk macht schlapp (Tschernobyl/Fukushima 3.0),
    • Idioten fangen einen neuen sinnlosen Krieg an,
    • Pandemien.

    Solche Ereignisse sind nicht auszuschließen, vorbereiten kann man sich darauf eher weniger. Insofern ergibt es mehr Sinn, sich auf die Probleme vorzubereiten bzw. diese zu verhindern, die absehbar sind.

    Buchtipp: Margaret Atwood: Das Jahr der Flut - beschreibt eine „Welt der Gleichzeitigkeit“ ganz gut wie ich finde.

  • Meldungen

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 24.06.2019 in Klima

    Presseschau

    Symbolbild Presseschau, Bild: Martin Kohlhaas
    Symbolbild Presseschau, Bild: Martin Kohlhaas

    Seit 1977 haben die Temperaturen die Mittelwerte von 1951-1980 überstiegen. Menschen, die seit dem geboren wurden, lebten bereits ihr ganzes Leben in/mit dem Klimawandel.
    The Print: „Most of us were born into climate change — it’s the only world we’ve ever known“ 16.06.2019

    Focus online: „Gefährliche Kipp-Punkte: Das passiert, wenn wir das 1,5-Grad-Ziel nicht einhalten“, 3.6.2019

    Hysterisch, apokalyptisch, voyeuristisch – Warnungen vor dem Klimawandel gelten oft als überzogen. Doch aktuelle Studien zeigen: Das Gegenteil trifft zu.
    t-online.de: „Die Wirklichkeit ist viel schlimmer als die Warnungen“, 22.06.2019

    Claudia Kemfert ist überzeugt, dass die Energiewende in Deutschland zu schaffen ist. Dafür müsste aber etwa der Ausstoß des Klimagases CO2 deutlich teurer werden.
    Augsburger Allgemeine: „Energie-Expertin Kemfert: ‚100 Prozent erneuerbar ist möglich‘“, 21.06.2019

  • Klimakrise betrifft auch meine Generation

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 05.06.2019 in Klima

    Immer mehr nervt mich das Gerede von „den Jugendlichen“, die „in der Zukunft“ ein Problem mit der Klimakrise haben werden, als ob es die die das aussprechen - um die 50jährige - nicht auch beträfe.

    Ich, geboren im Januar 1973, damit 46, kann also behaupten, nicht mehr zu „der Jugend“ zu gehören, bin älter als z.B. Christian Lindner (Jhg. 1979) oder Andreas Scheuer (Jhg. 1974) sowie wenige Wochen jünger als Julia Klöckner (Dez. 1972) … „Unser“ gemeinsamer Erlebenshorizont kann also durchaus als ähnlich angenommen werden.

    Exkurs 1 - Vergangenheit

    Mir sind Erzählungen meiner Großeltern (also ich minus zwei Generationen) präsent, die von einem stark bäuerlich geprägtem Leben hier in Mitteldeutschland handeln. Autos selten, Versorgung im wesentlichen durch Eigenanbau von Lebensmitteln mit eigener Tierhaltung. Reisen/Urlaub - eher unbekannt, wenn dann Bahnfahrt nach Hessen oder ganz exotisch eine Fahrradtour über die Alpen. Die Wohnungen/Bauernhäuser waren eher klein, Toilette als Plumpsklo übern Hof, mehrere Generationen im Haus. Einige dieser Verhältnisse kenne ich noch selbst von Sommerferien als Kind.
    Es ist also dazwischen passiert. Zwischen dem Leben meiner Großeltern und meinem Leben heute, innerhalb von 2 Generationen zu diesem konsumzentrierten, verbrauchsorientierten Überflussgesellschaft. Besser kann man - finde ich - die Hockeyschläger-Diagramme nicht verstehen. Seit dem Ende der DDR 1989 haben auch meine Familie und ich unseren Teil aktiv dazu beigetragen.

    Exkurs 2 - Zukunft

    „Mit 66 Jahren da fängt das Leben an“ sang Udo Jürgens, ein Schlager, um die Brücke von der Vergangenheit zur Zukunft zu schlagen. Kurz gerechnet: 2039 erreiche ich dieses Alter, AS ein Jahr später und CL ist 2045 dran. Im Wohlstandskapitalismus war (und ist es im Moment noch) der Zeitpunkt, wo es dann tatsächlich losgehen konnte - Arbeitsleben vorbei, jetzt die Flugreise nach China, Australien/Neuseeland, Ski fahren in Canada, Wohnmobiltour durch USA, immer wieder Griechenland, Kanaren, Kreuzfahrt vielleicht? Das ganze Jahr Urlaub – Sommer wie Winter. Daneben endlich die alte Küche renovieren, ein neues Auto, Wohnmobil, Flat-Screen-TV – und mit 77 Jahren ist noch lange nicht Schluss. Das ist das Wirtschaftswunder-Altersdasein, welches ohnehin nur für eine recht kleine Gruppe in Deutschland funktioniert(e) aber doch als Ziel-Maßstab zu gelten scheint - der Boom der Kreuzfahrten, diese auch für „Otto-Normalverbraucher“ erreichbar zu machen, zeigt dies. Ich gehe davon aus, dass eine solche Prognose für mich 2039 nicht mehr gelten wird (und nicht nur, weil ich das so nicht will).

    Zurück zum Ist-Stand.

    Die mir zugängliche aktuelle Berichterstattung deutet daraufhin, dass Deutschland mit der aktuellen Politik die Pariser Klimaziele einer 1,5°-Welt bis 2025 nicht erreichen wird [als Beispiel Stellungnahme für die öffentliche Anhörung zum Thema "Kohleausstieg" im Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestages von Prof. Dr. Volker Quaschning, 15.05.2019]. Damit reden wir von ernsteren Prognosen schon weit vor 2100 und damit auch viel weiter in unserer eigenen Biografie. Wenn man die Berichte über neue wissenschaftliche Erkenntnisse der letzten Jahre verfolgt, dann habe ich keine neue Studie gesehen, die Entwarnung gegeben hat. Tenor war immer „Oops, Arktiseis schmilz schneller als erwartet“, „Oh, jetzt doch auch mehr Methan als vermutet“, „Ihm, vielleicht waren die bisherigen Prognosen zu konservativ“. Vor diesem Hintergrund muss ich leider fürchten, dass 2100 schneller kommt, als gedacht. [als Beispiel: Independent: ‘High likelihood of human civilisation coming to end’ by 2050, report finds, 04.06.2019]

    Disclaimer 1: Ich schreibe das als weißer, männlicher Mensch im Mittelstand, also prinzipiell überprivilegiert. Das passt dann aber auch wieder zu CL und AS, die ich im gleichen Spektrum verorten würde.
    Disclaimer 2: Diesen Text würde ich eher als Fragment und nicht veröffentlichenbar ansehen. Aber ich bin kein Profischreiber und werde nicht dafür bezahlt. Wenn ich an diesen Gedanken ein paar Tage arbeite oder diese zeitbedingt auch mal länger liegen lassen muss, dann haben sie sich schon wieder durch aktuelle Ereignisse überholt. Mir ist also klar, dass an allen Ecken und Enden Begründungen und Argumente, Quellen und Fakten besser ausgebaut werden müssten. Dazu fehlt mir die Zeit. Als Stimmungsbild wird das rückblickend aber dennoch taugen.

  • Hört (auf) die Wissenschaft

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 16.05.2019

    Johan Rockström, einer der Leiter des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, hat auf der re;publica 2019 einen Vortrag gehalten.

    „We have all the evidence we need. We have all the solutions. But we’re not moving at scale. […] We do not have the political leadership to unleash the potential of moving into the right direction.“

    Lesetipp:
    Ein Suffizienz-Netzwerk für Thüringen, ein Beitrag auf kaufnix.net

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