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  • Gefahr in der 30 Zone

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 19.07.2014 in Überwachung · 2 Kommentare

    Ich suche immer noch nach Bildern, um die Überwachungsgefahr mit einfachen Worten zu erklären, die jeder für sich verstehen kann.

    30 Zone, Bild: Martin Kohlhaas
    30 Zone, Bild: Martin Kohlhaas

    Ich finde der Straßenverkehr ist gerade für uns hier in Deutschland ein guter Fundus, um Bilder für die Erklärung von Zusammenhängen zu finden.

    Im Falle der Überwachung habe ich bisher in Gesprächen folgende Analogie bemüht: Wenn ich im Straßenverkehr regelwidrig handele, zum Beispiel auf der Autobahn 180 statt 130 fahre, dann weiß ich, dass ich etwas Falsches mache und kenne die möglichen Konsequenzen.

    Wenn ich im Rahmen digitaler Kommunikation handele, kann ich nicht einschätzen, ob meine Handlungen möglicherweise falsch sind, waren oder falsch sein werden. Die Suche nach bestimmten Stichwörtern, die einzeln unproblematisch sind, aber in meiner konkreten Kombination zur Beobachtung oder Bestrafung führen können kann ich nicht kontrollieren. Die Gefahr hier ist also, dass ich eventuell präventiv gar nicht mehr suche, um nicht möglicherweise falsch zu handeln.

    Im Zuge der dauerhaften Speicherung von digitaler Kommunikation kam mir heute ein neues Bild in den Sinn. Nehmen wir an, ich fahre immer eine bestimmte Strecke durch die Stadt, sagen wir zur Arbeit. Irgendwann wird auf dieser Strecke ein Abschnitt zur 30 Zone. Ich halte mich also zukünftig daran und nichts passiert. Nehmen wir jetzt an, ich lese bestimmte Websites. Plötzlich sind diese politisch nicht mehr gewünscht und werden verboten. Selbst wenn ich mich zukünftig daran halten würde, wären meine früheren Besuche immer gespeichert und könnten im Zweifelsfall gegen mich verwendet werden.

    Was sagt ihr? Funktioniert das als Argumentation - mit euern Eltern vielleicht oder mit nicht soooo netzaffinen Bekannten?

  • Kein Fleisch mehr, Teil II

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 18.07.2014 in Essen & Trinken, Klima

    Seit gut einem Jahr lebt unsere Familie „offiziell“ vegetarisch.

    Vor genau einem Jahr schieb ich den Beitrag Kein Fleisch mehr. Davor hatten wir zu Hause in der Familie schon länger kein Fleisch, kein Fisch mehr gekauft und gegessen, aber bei Familienfeiern, bei Parties bei Freunden usw. gegessen, was auf den Tisch kam.
    Doch vor einem Jahr haben wir uns „offiziell als Vegetarier geoutet“ und sind seitdem komplett fleischlos unterwegs.

    Ich finde rückblickend interessant, dass es doch recht wenig Diskussionen darüber gab. Darüber reden ist auch nicht einfach, denn die Argumente gegen Massentierhaltung, Ressourcenverbrauch usw. sind ja schlecht von der Hand zu weisen. Diskussionen über vegetarische Ernährung fühlen sich daher immer als eine Mischung aus Anklage und Mission an.

    Aus meiner Sicht ist das nicht gewollt. Ich würde lieber über leckere Gerichte sprechen und Rezepte tauschen, als über Wasserverbrauch und Tierquälerei zu reden.

    Auf der anderen Seite sind die Medien seit Jahren voll von „Fleischskandalen“, von Berichten über Tiertransporte, über Berichte von Antibiotika im Fleisch – es kann also niemand sagen, nicht zu wissen, was so los ist. Aber die Verdrängungsmechanismen funktionieren gut, das gilt ja bei anderen Themen wie Rauchen, Atomstrom oder Überwachung genau so.

    Wie auch immer. Wir haben Spaß mit ohne Fleisch und Fisch. Der Nerv, sich für jeden Tag ein Essen auszudenken ist der Gleiche, wie mit Fleisch. Es gibt das schnell gemachte, langweilige Essen und dann wieder ganz leckere Menüs, wenn man mal Zeit hat. Die Auswahl ist jedenfalls nicht kleiner, sondern eher größer geworden – und die Gesprächsthemen gehen bei Feiern nie aus. Wir hören uns nächstes Jahr wieder.

  • Börsday bei Nördkids

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 10.07.2014 in Kinder

    Kind2 hat Geburtstag und statt Topfschlagen gibts Computerspiel mit passendem TiSchört.

    K2 beim LOL spielen mit neuem T-Shirt, Bild: Martin Kohlhaas
    K2 beim LOL spielen mit neuem T-Shirt, Bild: Martin Kohlhaas
  • Tschüss Bett!

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 02.07.2014 in Wohnen

    Es war schön mit Dir in den letzten 16 Jahren aber jetzt musst Du gehen.

    Das alte Bett muss raus, Bild: Martin Kohlhaas
    Das alte Bett muss raus, Bild: Martin Kohlhaas

    Am Ende bist Du etwas aus dem Leim gegangen, Deine Verbindungen wurden loser – der Gesamteindruck war nicht mehr der Beste. Heute wurdest Du von allen nützlichen Schrauben und Kleinteilen befreit und zum Wertstoffhof gebracht.

  • Die Politik ist an einer Aufklärung der Überwachung gar nicht interessiert

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 28.06.2014 in Überwachung

    Zwei Meldungen prägten diese Woche für mich (nein nicht, der Biss von Suarez und der deutsche Einzug ins Achtelfinale). Da war zum einen die Meldung über Verizon als ein Provider des Deutschen Bundestages. Zum anderen die Meldung über die Datenlieferungen des BND an die NSA über den Frankfurter Netzkonten.

    Diese Meldungen zeigen, wie tief Überwachungsstrukturen im Alltag eingebettet sind und man schon bei der Auswahl seines Providers ganz genau hinschauen muss. Die Meldungen zeigen auch, wie lange offenbar schon die Zusammenarbeit oder Duldung von Geheimdiensten und Politik bestehen.

    Vor diesem Hintergrund ist das nicht vorhandene Interesse der Regierung und selbst der Opposition an einer Aufklärung nur allzu verständlich. Wir werden also weiter belogen.

  • Johannisbeer-Ernte 2014

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 28.06.2014 in Essen & Trinken, Garten, Selbstversorgung

    Im Garten muss man arbeiten, wenn es die Natur will, nicht wenn man Lust darauf hat. Heute mussten die Johannisbeeren geerntet werden, bevor sie überreif sind.

    Die Johannisbeeren von 2014 sind reif zur Ernte, Bild: Martin Kohlhaas + 2 Bilder
    Die Johannisbeeren von 2014 sind reif zur Ernte, Bild: Martin Kohlhaas

    Es war eine super Ausbeute dieses Jahr. Jetzt fehlen noch die weißen Johannisbeeren (ungefähr noch mal so viel) und dann noch zwei Sträucher Stachelbeeren.

  • Der Ball kommt ins Rollen …

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 13.06.2014 in Überwachung

    und das schreibe ich nicht nur, weil die Fußball-WM begonnen hat. Nein, ich habe das Gefühl, dass sich – nach/wegen der re:publica? – langsam etwas tut.

    Ich habe das Gefühl, dass die Blogbeiträge einen anderen Ton bekommen. Sie gehen weg von der Technik, dem Abstrakten – hin zum Persönlichen, Direkten. Damit kann jeder etwas anfangen.

    Der Beitrag „Die totale Überwachung ist die totale Unsicherheit“ von Patrick Breitenbach (12.06.2014, Blog der Karlshochschule) ist für mich so ein Beispiel.

    Auch für diesem Text lieferte Sascha Lobo Denkanstöße. Bei mir ist von seiner Kolumne vom 11.6. folgender Satz hängen geblieben: „Die Öffentlichkeit neigt dazu, ihre eigene Macht kurzfristig zu überschätzen und langfristig zu unterschätzen.“

    Er gibt mir die Hoffnung, das wir am Ende am längeren Hebel sitzen. Ich denke zurück an die „Wende“. Was gab es damals für eine breite Diskussion, Empörung. Ich habe das am Ende meiner Schulzeit erlebt. Überall gab es runde Tische, neue Bürgerinitiativen, Parteien wurden gegründet, wir fuhren zu irgendwelchen Versammlungen, es gab Flugblätter. Manches schien irgendwie sinnlos und ohnmächtig - aber am Ende kippte das System.

    Die Filterbubble kriegt Löcher. Die Diskussion kommt langsam da an, wo sie gebraucht wird: in den Familien, in den Schulvereinen, im Sportclub usw. Und dann wird alles gut.

  • Musik gegen Überwachung

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 13.06.2014 in Musik, Überwachung

    Der Protest gegen die Überwachung muss in der Alltagskultur ankommen, damit er möglichst viele Leute erreicht.

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    Im Idealfall klingt das dann auch nocht gut. Gefunden habe ich das Video über einen Beitrag bei http://www.houseofreggae.de/. Ein schönes Wochenende!

  • Spüler-Reparatur, Teil 2

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 12.06.2014 in Produktdesign, Selbermachen · 4 Kommentare

    Stolz und um einige Erfahrungen reicher konnte ich heute den gereinigten Spüler wieder in Betrieb nehmen.

    Wärmetauscher nach der Reinigung, Bild: Martin Kohlhaas + 3 Bilder
    Wärmetauscher nach der Reinigung, Bild: Martin Kohlhaas

    Es war Dreck, einfach nur Dreck. Das Video (siehe Teil 1) hat es vorgeführt. Durch Lebensmittelreste waren die Schläuche und wasserführenden Bahnen im Wärmetauscher zugesetzt. Es brauchte zwei Flaschen Zitronensäure und deutlich mehr als eine Viertelstunde, um den Dreck zu beseitigen. Wer regelmäßig den Duschabfluss reinigt kann sich vielleicht dieses begleitende Ekelgefühl – mit Abstrichen auch den Geruch – vorstellen. Ja, das kann ich euch nicht ersparen.

    Was man nach einer solchen Aktion besser versteht – viele Dinge die wir wegwerfen sind nicht kaputt, sie sind einfach nur dreckig. Oder mit anderen Worten: ungepflegt.

    Was ab jetzt im Umgang mit einem Spüler die Regel werden sollte:
    Geschirr vorspülen bzw. von Brötchenkrumen, Zwiebelresten usw. befreien und wirklich regelmäßig den Spülerreiniger durchlaufen lassen.

    Das ist der Teil den wir selbst tun können. Nachdem das Hochgefühl etwas abgeklungen ist und die Gedanken von der konkreten Großtat wieder etwas weiter schweifen können zeigt sich aber auch ein Teil, den die Industrie tun kann. Offenbar ist ein Geschirrspüler nach 10 Jahren noch grundsätzlich fit. Elektronik, Mechanik sind in Ordnung und die Kunststoffe, Schwimmer, Kontakte machen allesamt einen sehr guten Eindruck. Allein der menschliche Faktor in Form von Dreck bringt das Gerät zum erliegen. Wäre es nicht eine nachfliegende Aufgabe das Produktdesign eines solchen Gerätes so zu verändern, dass der Benutzer schnell und einfach an die komplette (Brühgruppe wollte ich schon schreiben) Wärmertauscher-/Pumpen-/Ventileinheit kommt - quasi mit einem Griff? Dadurch könnte der jetzt nach 10 Jahren erfolgte Spülvorgang vielleicht einmal im Jahr vorgenommen werden (wir wollen ja auch nicht übertreiben).

    Ich habe da mal eine Skizze vorbereitet.

    Strukturell kann vielleicht alles so bleiben, wie es ist. Rechts neben der Spülkammer gibt es aber einen Einschub, der die komplette Wärmetauscher-/Gebereinheit aufnimmt, so dass sie – auch bei einem Einbauspüler – von vorn entnommen werden kann. Man verliert durch zusätzliche Trennwände und Schienen vielleicht etwas Volumen im Spülraum. Vielleicht gibt es auch Probleme mit den Geräuschen und mit Sicherheit muss man sich Gedanken über die Anschlüsse der Stromkabel und vor allem der Wasserschläuche machen – aber hey, wir bauen Hochverfügbarkeitsserver mit Hot-Swap-Festplatten. Wir fliegen zum Mars. Das sollte doch zu schaffen sein.

    Ich mache jetzt weiter mit meinem verdienten Feierabendbier.

    Update 13.06.2014: Habe das Bild der Festplatte ergänzt. Da hat man ja immer ein paar kaputte Teile rumliegen. Die Magnete sind rechts die beiden Metallteile und die sind wirklich stark. Bevor man sich also zur Spülerreinigung da irgendwas neues kauft ist das vielleicht auch eine Option.

  • Bukowskis Datensalat

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 12.06.2014 in Überwachung

    Aus völlig unerwarteter Ecke kommt ein lesens- und bedenkenswerter Artikel zur Totalüberwachung.

    Die Kolumne im Fontblog „bukowskigutentag“ analysiert den uns umgebenden Datensalat und spezifiziert drei Arten unserer Datenpreisgabe:

    • Unwissentlich und unfreiwillig,
    • Wissentlich, aber unfreiwillig und
    • Wissentlich und freiwillig.

    Das ist gut strukturiert und argumentiert und zeigt zudem die Schwierigkeiten der Behebung des Problems auf. Solche Artikel wünsche ich mir mehr. Hier steht die persönliche Ebene im Vordergrund, nicht technische Details oder Fachbegriffe.

    bukowskigutentag 1/14: Datensalat (11.06.2014)

  • Spüler-Reparatur

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 11.06.2014 in Selbermachen

    Zehn Jahre hat unser Siemens-Spüler auf dem Buckel und plötzlich zieht er kein Wasser mehr. Wie immer hilft das Internet.

    Spüler ohne Seitenwand mit sichtbarer Gebereinheit/Wärmetauscher, Bild: Martin Kohlhaas + 2 Bilder
    Spüler ohne Seitenwand mit sichtbarer Gebereinheit/Wärmetauscher, Bild: Martin Kohlhaas

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    Viele Foreneinträge halfen bei der Diagnose und dann kommt man ganz schnell zu Youtube und findet Videos, die bei der Problembeseitigung helfen. Gemeinsam mit dem Schwiegervater gab es so durchaus vergnügliche Stunden von abwechselndem Video-schauen und darauffolgendem Nachvollziehen der Schritte am Gerät.

    Nach einer ersten Runde kann ich folgendes Fazit ziehen: Demontage lief problemlos. Viele Teile konnten gereinigt werden. Der Wärmetauscher sträubt sich aber noch. Bis Dienstag musste ich wegen des Feiertags warten, um die Zitronensäure kaufen zu können. Jetzt weicht der Dreck, aber ich habe nicht viel Hoffnung, dass ich das Teil noch sauber kriege. Das entsprechende Ersatzteil habe ich schon ausfindig gemacht und das wird wohl im Laufe der Woche bestellt.

    Dann bin ich gespannt auf die Montage und den Funktionstest.

  • Mini-Projekt: Aktenvernichtung

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 10.06.2014 in Büro, Recycling, Selbermachen

    Unser Papierschredder leistet seit zig Jahren treu seinen Dienst. Jetzt löst sich der Eimer aber Stück für Stück auf.

    Aktenvernichter mit zerbröselndem Eimer, Bild: Martin Kohlhaas + 4 Bilder
    Aktenvernichter mit zerbröselndem Eimer, Bild: Martin Kohlhaas

    Ich schätze mal, der verwendete Kunststoff (es gibt keine Materialkennzeichnung) ist nicht sehr UV beständig und wird einfach brüchig. Bei jedem Hochheben (zum Papier entleeren) brechen nun Teile des Eimers ab.

    Weil nun der Eimer auch immer schon zu klein war und das Schneidwerk noch einwandfrei funktioniert, habe ich einen „Adapter“ für die Papiertonne gebaut. Arbeitszeit ca. 15 Minuten. Dafür schreddere ich jetzt direkt in die Tonne.

  • Systemneustart

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 05.06.2014 in Spielen

    Was unsere Gesellschaft mal brauchen könnte, haben wir in Minecraft schon mal gemacht.

    Minecraft-Welt Juni 2014
    Minecraft-Welt Juni 2014

    Es war lange still. Schockstrarre sozusagen. Wir hatten uns im Bunker eingerichtet und gelangweilt. Die Luft war raus. Die Jungs zogen zu LOL weiter. Der Server verwaiste. Vor zwei Wochen dann die Erinnerung des Providers an das Auslaufen der Mietzeit. Das wollte ich dann doch nicht. Also habe ich die 39 Euro für ein weiteres Jahr auf den Tisch gelegt.

    Tatsächlich stieß meine Information darüber am Abendbrottisch auf Interesse. Ich wollte weg von den super-neuesten Modpacks und wieder ganz einfach auf der Vanilla-Version spielen. Das stieß auf Zustimmung. Mit Unterstützung nahm ich die notwendigen Installationen am Server vor.

    Es gibt noch kein Konzept für die neue Ära. Ich stelle mir vor, mal etwas nomadisch unterwegs zu sein, neue Biome zu entdecken und zu schauen, wie ich mit möglichst wenig Ballast auskommen kann.

    Wir werden den Server auch offen für Gäste halten - Bei Interesse also IP anfragen und in die Whitelist eintragen lassen.

  • Überwachung greift weiter um sich

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 03.06.2014 in Überwachung · 5 Kommentare

    Die neuen Echtzeit-Überwachungspläne des BND in Bezug auf Twitter und Facebook bedeuten die Überwachung unserer Stammtische und unserer Kinderzimmer.

    Der Stammtisch, das private Wohnzimmer sind seit jeher Orte offener Sprache. Wo, wenn nicht dort, kann man mal über die Regierung herziehen, über doofe Nachbarn, das Finanzamt, schlechten Service in der Autowerkstatt usw. Hier wird kein Blatt vor den Mund genommen.
    Seit Freundeskreise (nicht zuletzt durch die gesellschaftlich geforderte Mobilität) immer weiter zersplittern und sich über den Globus verteilen, verlagern sich auch die Stammtischgespräche ins Netz. Mal schnell ein Link geteilt und sarkastisch kommentiert, Dort mal Bezug genommen auf ein beklopptes Politikerzitat - wir kennen das.

    Doch nicht nur Erwachsene sind „betroffen“. Unsere Kinder haben bei vollem Nachmittagskalender fast nur noch über Netzwerke die Chance, sich mit Klassenkameraden und Freunden über den Tag auszulassen. Wer nervt in der Klasse? welche Lehrerin war ungerecht? Welches Katzenvideo ist besonders süüüüüß. All diese Gespräche genießen – finden sie in der Wohnung statt – den Schutz besonderer Rechte.
    „Jede Person hat das Recht auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens, ihrer Wohnung und ihrer Korrespondenz.“ – Europäischen Menschenrechtskonvention ERMK Art. 8 Abs. 1 (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Informationelle_Selbstbestimmung)
    Nutze ich das Netz soll dieser Schutz also entfallen? Online-Überwachung ist echte Überwachung!

    Die Überwachung richtet sich nicht gegen deutsche Bürger. Wie machen die das? Chatte ich also mit Freunden, die in London leben, in Oslo, Stockholm oder Dunedin dann weiß der BND, dass es sich dabei um Deutsche handelt und hört weg? Das glaubt doch keiner!

    Es glaubt doch auch keiner ernsthaft, das ein ernsthafter Terrorist, sich mit mit seinem Netzwerk über twitter oder Facebook verabredet. Die nehmen nichtmal verschlüsselte E-Mails würde ich sagen. Wäre ich in der Situation, ich würde auf Boten oder Brieftauben zurückgreifen und damit ist die Massenüberwachung normaler Leute in Bezug auf dieses Ziel nutzlos.

    Im Gegenteil: Da wo Amokläufe angekündigt wurden (siehe z.B. aktuell Santa Barbara, Mai 2014), wo sogar die Polizei informiert war, trägt das Wissen nicht zur Verhinderung solcher Straftaten bei.

    Wir reden hier nicht von der Stasi. Wir reden nicht davon, das Spitzel Informationen bewerten, gar noch ihren Menschenverstand einschalten. Wir reden von automatisierter Textanalyse, vermutlich verbunden mit dem Anlegen von Rankings. Wir reden von der Zusammenführung unterschiedlicher Profile. Die Bestellung „komischer“ Filme, der Kauf „abwegiger“ Bücher, die Zeichnung kritischer Petitionen führen heute zur Aufnahme in no-fly-Listen, ohne dass ich eine Kontrolle habe, ob ich auf der Liste stehe, warum ich dort draufgekommen bin oder wie ich dort wieder runterkommen kann. Ich erfahre es im besten Falle vor dem Abflug.

    Gerade im Hinblick auf unsere Kinder muss klar sein, das wir hier nicht diesem Gedanken von „Jugendsünden“ verfallen dürfen. Was ich (Jahrgang 1973) während der Wendezeiten gelesen, gehört, oder in der Schülerzeitungsredaktion gesagt habe wissen eventuell noch wenige direkt Beteiligte und die sicherlich nicht mit Bestimmtheit. Die gesamte pubertäre Konversation, alle bekloppten Videos, unbedachte Likes meiner Söhne werden aber deren Profil prägen. Weiß ich, wissen die, was in 20 Jahren Recht und Gesetz ist? Vielleicht ist das Tragen von Hipster-Hosenträgern dann verboten. Mein Sohn hat aber eventuell ein entsprechendes Profilfoto gepostet und gilt damit als systemfeindlicher Sympathisant – ohne Recht auf Vergessen. (Filmtipp: re:publica 2014 - Über die ethischen Grenzen von Big Data von Viktor Mayer-Schönberger)

    Ich bin nicht gegen die Verfolgung von Straftätern und die Suche nach Terroristen. Aber das muss auf einen Verdacht hin passieren, es muss einen Anlass geben, es muss eine Instanz (üblicherweise ein Gericht) solche Maßnahmen anordnen. Sollten sich Verdachtsmomente nicht als richtig herausstellen, müssen die Akten auch wieder verjähren, sie müssen ggf. vernichtet werden. Was im Moment passiert (jeder Geheimdienst nicht im eigenen Land aber immer bei den Anderen, um dann die Daten zu tauschen) ist massenhafte Überwachung ohne Anlass und ohne Verdacht. Beziehungsweise ist es die Überwachung jedes Einzelnen unter Generalverdacht, wobei jede Äußerung Anlass zu Repressionen sein kann.

    Ich beziehe mich auf die Artikel:

  • 10 Tipps für Macher

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 28.05.2014 in Selbermachen

    nett anzuschauen und dauert auch nicht so lang.

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    Bitte nicht von den angezeigten 43 Minuten abschrecken lassen. Im Prinzip geht es um die ersten ca. 10 Minuten. Danach kommen Fragen. Für ganz Faule hier die zehn Punkte auf deutsch:

    1. Mach einfach irgendwas, egal was
    2. Mach von Zeit zu Zeit irgendetwas, das Dein Leben verbessert (egal ob Toilettenpapierhalter oder Toaster)
    3. Lass Dich nicht von fehlenden Fähigkeiten aufhalten; fang einfach an mit dem worauf Du Lust hast.
    4. Such Dir immer ein Projekt, an dem zu neue Fähigkeiten lernen kannst.
    5. Frage. Frage nach Hilfe. Frage nach Anleitungen. Frage nach Feedback.
    6. Teile. Deine Ideen, Deine Kenntnisse, Deine Erfahrungen. Keine Geheimnisse!
    7. Entmutigung und Scheitern sind Teil eines jeden Projektes.
    8. Miß gründlich. Kenne Deine Toleranzen.
    9. Mach Sachen für andere Leute.
    10. (für die Metaller:) mehr Kühlflüssigkeit benutzen

in anderen Netzen …