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  • Klimakrise betrifft auch meine Generation

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 05.06.2019 in Klima

    Immer mehr nervt mich das Gerede von „den Jugendlichen“, die „in der Zukunft“ ein Problem mit der Klimakrise haben werden, als ob es die die das aussprechen - um die 50jährige - nicht auch beträfe.

    Ich, geboren im Januar 1973, damit 46, kann also behaupten, nicht mehr zu „der Jugend“ zu gehören, bin älter als z.B. Christian Lindner (Jhg. 1979) oder Andreas Scheuer (Jhg. 1974) sowie wenige Wochen jünger als Julia Klöckner (Dez. 1972) … „Unser“ gemeinsamer Erlebenshorizont kann also durchaus als ähnlich angenommen werden.

    Exkurs 1 - Vergangenheit

    Mir sind Erzählungen meiner Großeltern (also ich minus zwei Generationen) präsent, die von einem stark bäuerlich geprägtem Leben hier in Mitteldeutschland handeln. Autos selten, Versorgung im wesentlichen durch Eigenanbau von Lebensmitteln mit eigener Tierhaltung. Reisen/Urlaub - eher unbekannt, wenn dann Bahnfahrt nach Hessen oder ganz exotisch eine Fahrradtour über die Alpen. Die Wohnungen/Bauernhäuser waren eher klein, Toilette als Plumpsklo übern Hof, mehrere Generationen im Haus. Einige dieser Verhältnisse kenne ich noch selbst von Sommerferien als Kind.
    Es ist also dazwischen passiert. Zwischen dem Leben meiner Großeltern und meinem Leben heute, innerhalb von 2 Generationen zu diesem konsumzentrierten, verbrauchsorientierten Überflussgesellschaft. Besser kann man - finde ich - die Hockeyschläger-Diagramme nicht verstehen. Seit dem Ende der DDR 1989 haben auch meine Familie und ich unseren Teil aktiv dazu beigetragen.

    Exkurs 2 - Zukunft

    „Mit 66 Jahren da fängt das Leben an“ sang Udo Jürgens, ein Schlager, um die Brücke von der Vergangenheit zur Zukunft zu schlagen. Kurz gerechnet: 2039 erreiche ich dieses Alter, AS ein Jahr später und CL ist 2045 dran. Im Wohlstandskapitalismus war (und ist es im Moment noch) der Zeitpunkt, wo es dann tatsächlich losgehen konnte - Arbeitsleben vorbei, jetzt die Flugreise nach China, Australien/Neuseeland, Ski fahren in Canada, Wohnmobiltour durch USA, immer wieder Griechenland, Kanaren, Kreuzfahrt vielleicht? Das ganze Jahr Urlaub – Sommer wie Winter. Daneben endlich die alte Küche renovieren, ein neues Auto, Wohnmobil, Flat-Screen-TV – und mit 77 Jahren ist noch lange nicht Schluss. Das ist das Wirtschaftswunder-Altersdasein, welches ohnehin nur für eine recht kleine Gruppe in Deutschland funktioniert(e) aber doch als Ziel-Maßstab zu gelten scheint - der Boom der Kreuzfahrten, diese auch für „Otto-Normalverbraucher“ erreichbar zu machen, zeigt dies. Ich gehe davon aus, dass eine solche Prognose für mich 2039 nicht mehr gelten wird (und nicht nur, weil ich das so nicht will).

    Zurück zum Ist-Stand.

    Die mir zugängliche aktuelle Berichterstattung deutet daraufhin, dass Deutschland mit der aktuellen Politik die Pariser Klimaziele einer 1,5°-Welt bis 2025 nicht erreichen wird [als Beispiel Stellungnahme für die öffentliche Anhörung zum Thema "Kohleausstieg" im Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestages von Prof. Dr. Volker Quaschning, 15.05.2019]. Damit reden wir von ernsteren Prognosen schon weit vor 2100 und damit auch viel weiter in unserer eigenen Biografie. Wenn man die Berichte über neue wissenschaftliche Erkenntnisse der letzten Jahre verfolgt, dann habe ich keine neue Studie gesehen, die Entwarnung gegeben hat. Tenor war immer „Oops, Arktiseis schmilz schneller als erwartet“, „Oh, jetzt doch auch mehr Methan als vermutet“, „Ihm, vielleicht waren die bisherigen Prognosen zu konservativ“. Vor diesem Hintergrund muss ich leider fürchten, dass 2100 schneller kommt, als gedacht. [als Beispiel: Independent: ‘High likelihood of human civilisation coming to end’ by 2050, report finds, 04.06.2019]

    Disclaimer 1: Ich schreibe das als weißer, männlicher Mensch im Mittelstand, also prinzipiell überprivilegiert. Das passt dann aber auch wieder zu CL und AS, die ich im gleichen Spektrum verorten würde.
    Disclaimer 2: Diesen Text würde ich eher als Fragment und nicht veröffentlichenbar ansehen. Aber ich bin kein Profischreiber und werde nicht dafür bezahlt. Wenn ich an diesen Gedanken ein paar Tage arbeite oder diese zeitbedingt auch mal länger liegen lassen muss, dann haben sie sich schon wieder durch aktuelle Ereignisse überholt. Mir ist also klar, dass an allen Ecken und Enden Begründungen und Argumente, Quellen und Fakten besser ausgebaut werden müssten. Dazu fehlt mir die Zeit. Als Stimmungsbild wird das rückblickend aber dennoch taugen.

  • Hört (auf) die Wissenschaft

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 16.05.2019

    Johan Rockström, einer der Leiter des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, hat auf der re;publica 2019 einen Vortrag gehalten.

    Johan Rockström: Safe Future for Humanity on Earth

    Johan Rockström: Safe Future for Humanity on Earth

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    „We have all the evidence we need. We have all the solutions. But we’re not moving at scale. […] We do not have the political leadership to unleash the potential of moving into the right direction.“

    Lesetipp:
    Ein Suffizienz-Netzwerk für Thüringen, ein Beitrag auf kaufnix.net

  • Vor 27 Jahren

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 15.05.2019 in Klima

    sprach die 12jährige Severn Suzuki vor dem Klimagipfel in Rio.

    Rede von Severn Suzuki auf dem Klimagipfel 1992 in Rio (englisch)

    Rede von Severn Suzuki auf dem Klimagipfel 1992 in Rio (englisch)

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    Ich war zu diesem Zeitpunkt 19 Jahre alt und kann mich daran nicht erinnern. Vielleicht gab es 15 Sekunden in der Tagesschau, die haben mich aber damals nicht erreicht – offenbar auch niemand anderen. Bundesumweltminister war Klaus Töpfer, zwei Jahre später dann Angela Merkel. Das zu sehen bedrückt und zeigt auch, dass es meine Generation hätte sein können, die schon in den letzten 27 Jahren eine Änderung hätte bringen können – haben wir nicht. Severn Suzuki hat mit ihrem Engagement nicht aufgehört.

    26 Jahre danach, 2018, hat Greta Thunberg ihren Klimastreik begonnen und sprach auch vor dem Klimagipfel – diesmal in Katowice. Wie werden wir ihre Rede 27 Jahre danach (2045) ansehen? Ich werde es, 72jährig theoretisch erleben und mir diese Frage beantworten können.

    Hoffentlich habe ich und haben wir dann mehr getan als in den letzten 27 Jahren.

  • „Müll“

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 12.05.2019 in Bioladen, Recycling, Wohnen · 1 Kommentar

    Aus den Augen – aus dem Sinn. Morgen ist wieder Montag und wie alle 14 Tage wird der „Müll“ abgeholt.

    Inhalt von 14 Tagen, Bild: Martin Kohlhaas
    Inhalt von 14 Tagen, Bild: Martin Kohlhaas

    Eines der wichtigsten Prinzipien unserer Gesellschaft scheint ja das zu sein, dass man unangenehme Sachen möglichst nicht sehen soll. So wirft man die Verpackungen in die schicke Tonne und fast wie von Zauberhand verschwindet der Inhalt alle 14 Tage. Wo er dann landet kann man z.B. in der Süddeutschen Zeitung nachlesen „Deutscher Plastikmüll verschmutzt Malaisia“. Wir müssen weg vom Müll, vor allem vom Plastik. Wir müssen schauen, dass wir die Tonne gar nicht erst füllen. Wir müssen uns bewusst machen, was wir da eigentlich so einkaufen, entpacken und wegwerfen.

    Aus diesem Grunde habe ich heute den Beutel mal nicht in die Tonne sondern in den Keller geleert und sortiert, um zu schauen, welche Packungen sich da finden und in Zukunft vermeiden lassen.

    Das rohe Ergebnis:

    1 Kaffee
    1 Müsli
    1 Tee
    2 Mozzarella
    1 Puddingpulver
    X Tempo-Packungen
    X Medikamente
    3 Butter
    2 Pasta
    1 Zucker
    2 Aprikosen
    2 Walnüsse
    X Deckel von Gläsern
    1 Frühstücksbrei
    1 Schokolade
    1 Mon Chérie
    1 Duschbad
    1 Geschirrspülmittel
    1 Dose Werbegeschenk
    1 Schlagsahne
    und Diverse Tüten, Käsepapiere, Kleinkram

    Und hier nochmal mit Kommentar:

    1 Kaffee
    Aufgabe: Quelle finden, wo man sich die Bohnen in ein eigenes Gefäß abfüllen lassen kann. Immerhin kommen von diesen Packungen sehr regelmäßig welche ins Haus.

    1 Müsli
    1 Tee
    2 Mozzarella
    1 Puddingpulver
    X Tempo-Packungen
    Es gibt weniger schlimme Papp-Boxen, die eventuell als Alternative besser wären. Es wurden bereits auch wieder die Altbestände der Stofftaschentücker wiederentdeckt.

    X Medikamente
    3 Butter
    2 Pasta
    Beim letzten Einkauf bereits umgestiegen auf 2kg-Packung. Besser wäre Selbstabfüllung im Laden? Regelmäßig werden die Nudeln auch selbst gemacht. Dann fallen für den Gries weniger Verpackungen an.

    1 Zucker
    2 Aprikosen
    2 Walnüsse
    X Deckel von Gläsern
    1 Frühstücksbrei
    1 Schokolade
    1 Mon Chérie
    kam als Geschenk ins Haus. Aufgabe: Eltern/Omas informieren, dass solche Geschenke nicht mehr gewünscht sind.

    1 Duschbad
    hier werden Reste aufgebraucht. Einfache Seifen haben sich bereits als gleichwertige Alternative für Haare, Duschen, Rasieren bewährt

    1 Geschirrspülmittel
    Experimente mit selbst gemischten Essenzen laufen noch

    1 Dose Werbegeschenk
    Aufgabe: lernen, nein zu sagen

    1 Schlagsahne
    von Gästen mitgebracht – in Zukunft Gästen wieder mitgeben?

    und Diverse Tüten, Käsepapiere, Kleinkram
    Aufgabe: schauen, ob man eigene Packung für Käse mitnehmen kann

    Für die nicht kommentierten Sachen: Forschungsreise nach Jena/Erfurt in die Unverpackt-Läden. Schauen, ob man dort bestimmte Produkte in größeren Mengen ohne Verpackung bekommen könnte (muss natürlich Zeit/Energie für Fahrt berücksichtigt werden). Besser wäre Unverpackt-Laden in Weimar.

    Fazit: Auch wenn man fast ausschließlich im Bioladen einkauft, kommt man um Kunststoffe nicht herum. Fortsetzung folgt.

  • Realitätsschock

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 09.05.2019 in Internet, Klima, Medien, Politik, Wirtschaft

    Ich empfehle, dieses Video zu schauen. Es hat etwas von der roten Pille in Matrix.

    Sascha Lobo: Realitätsschock

    Sascha Lobo: Realitätsschock

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  • Rückbau

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 08.05.2019

    Auch scheinbar kleine Verbräuche können sich über die Zeit groß aufsummieren – Zeit für den Technik-um/rück-bau

    Kabelsalat, Bild: Martin Kohlhaas
    Kabelsalat, Bild: Martin Kohlhaas

    Auf der Suche nach Einsparpotentialen landete mein Blick auf unserem Netzwerk. Normalerweise weitgehend unbeachtet tat seit Jahren im Keller ein 48-Port-Switch seine Dienste, um alle LAN-Dosen (liebe Kinder bitte mal recherchieren, was das ist) mit Netz zu versorgen. Der Abgleich mit den Geräten, die auf der anderen Seite tatsächlich kabelgebunden angeschlossen waren ergab einen Drucker, die FritzBox und ironischerweise ein Laptop.

    Daraufhin habe ich alle Kabel gezogen und den großen Switch durch einen (noch vorhandenen 8-Port-Switch) ersetzt. Und nun die Zahlen:

    Verbrauch 24h280,32 kWh

    vorher nachher
    Gerät Zyxcel GS1900-48 Sitecom LN121
    Leistungsaufnahme 31.9 Watt 4,5 Watt
    Verbrauch 24h 0,768 kWh 0,12 kWh
    Verbrauch 1 Jahr 280,32 kWh 43,8 kWh

    Bezogen auf den Gesamtstromverbrauch des Büros (siehe Seite Verbrauch) trug also der unbeachtete Switch im Keller circa zu einem Monatsverbrauch bei. Nächstes Ziel ist es, durch andere Verkabelung der Restgeräte (Drucker läuft nun über WLAN) auch auf den 8-Port-Switch zu verzichten.

  • Bericht zum Zustand der Artenvielfalt

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 07.05.2019 in Garten, Klima, Wald

    Die Menschheit schafft sich ab.

    Eine kleine Linkliste zum Stand des Themas im Mai 2019 aus Anlass des ersten globalen Berichtes zum Zustand der Artenvielfalt des Weltbiodiversitätsrates (IPBES)

    International:

    Filmtipp arte: Die Erdzerstörer

    Mit diesen Quellen kann niemand sagen, er/sie hätte nichts gewusst. Angesichts dieser erdrückenden und bedrückenden Fakten sollten Unterschriften bei Petitionen zum Klimanotstand keine Frage sein. Es sollte auch keine Frage sein, den persönlichen Klimanotstand zu erklären und jede eigene Handlung nach ihrer Klimaschädlichkeit zu beurteilen.

    Kommentar bei klimareporter.de

  • Wochenendbesuch in Südthüringen

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 06.05.2019 in Mobilität, Urlaub & Reise

    Mit Bus und Bahn über'n Berg

    Bahnreise, Bild: Martin Kohlhaas
    Bahnreise, Bild: Martin Kohlhaas

     Am Wochenende haben wir zu dritt meine Eltern in Schleusingen besucht. Üblicherweise passierte dies bisher als Autofahrt:

    • Abfahrt Weimar
    • Auffahrt A4 bei Gelmeroda
    • Wechsel auf A71 am Erfurter Kreuz
    • Abfahrt Schleusingen

    → Strecke ca. 100 km, Dauer ca. 1 h, Rückfahrt entsprechend umgekehrt.

    Dieses Mal nahmen wir öffentliche Verkehrsmittel:

    • Abfahrt Weimar Hauptbahnhof
    • Umstieg Erfurt Hauptbahnhof
    • Suhl: Umstieg in den Überlandbus
    • Ankunft Schleusingen

    → Dauer ca. 2 h, Rückfahrt entsprechend umgekehrt.

    Erkenntnisse/Erfahrungen

    a) Ja, es gibt ziemlich gut abgestimmte Verkehrsverbindungen auch „übern Berg“ - gerade die Abstimmung von Bahn mit Bus hat mich positiv überrascht.

    b) Zeit ist relativ. Die Fahrzeit ist doppelt so lang. Hier sehe ich jedoch mehrere „aber“:

    • Erst seit der Fertigstellung der Autobahn (vermutlich 2003) gilt die ca. eine Stunde Fahrzeit für PKW. Bis dahin führte uns die Landstraßenvariante über Bad Berka, Kranichfeld, Stadtilm, Ilmenau, Schmiedefeld bis Schleusingen ebenfalls in einer Fahrzeit von durchschnittlich zwei Stunden.
    • Gefühlt gingen die zwei Stunden in Bahn und Bus viel schneller vorbei, als die eine Stunde im Auto. Ich konnte lesen. Die Umstiege sorgten für Bewegung und Abwechslung. Ich konnte die Landschaft anschauen. Ich konnte Leute beobachten. Im Auto (meist als Fahrer) ist es eher langweilig. Wenn ich mich (Tempomat) auf 120 km/h einstelle, dann habe ich nichts weiter zu tun als zu lenken. Es gibt auf der Strecke 5 Tunnel (jeweils 80km/h) - da ist von Landschaft auch nichts zu sehen. Generell habe ich meist das Gefühl, es könnte schneller gehen.

    c) Öffentlicher Verkehr wird nicht belohnt. Für drei Personen kam als Ticket realistisch nur das Thüringen-Ticket in Frage. Fahrpreis 39 Euro. Leider nimmt das Unternehmen Werrabus nicht am Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT) teil, also für die Fahrt von Suhl nach Schleusingen nochmal 9 Euro für uns drei. Summe 96 Euro für Hin- und Rückfahrt. Im Vergleich mit der Autofahrt: 200 km bei einem Verbrauch von 10 Litern/100km bei einem Preis von 1,48 Euro/Liter = knapp 30 Euro offensichtliche Kosten ohne Berücksichtigung von KFZ-Steuer, -Versicherung, Reparaturen etc. Die realen Kilometerkosten werden bei uns etwas bei 50 Cent liegen. Das entspräche realen 100 Euro Kosten für die aktuelle Fahrt und würde im Vergleich schon ganz anders aussehen.

    P.S. In der Recherche bei Google-Maps wurde die aktuelle verkehrsbedingte Fahrzeit mit 1,5 Stunden angegeben (aktuell Baustelle hinter Arnstadt - Stand 6.5.2019, 9:00 Uhr) die realen Fahrzeiten sind also sehr schwankend im Vergleich zu eher stabilen Fahrzeiten auf der anderen Variante.

    P.P.S. Doppelt blöd: wenn das Auto in der Garage steht, während ich in der Bahn sitze, habe ich die Kosten für Steuern, Versicherungen, … trotzdem. Ein Argument mehr für kein Auto.

  • Wie klimaschädlich ist der Onlinehandel?

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 05.05.2019 in Klima, Wirtschaft

    „Der Vergleich ist schwierig, weil er von vielen individuellen Faktoren abhängt. Doch klar ist: Wer das Klima schonen will, sollte zu Fuß oder mit dem Fahrrad einkaufen - oder beim Online-Shopping möglichst wenig zurückschicken.“

    Ein Artikel von Michael Kläsgen in der Süddeutschen Zeitung mit interessanten Gedanken und Zahlen. Online einkaufen ist nicht per se schlecht und lokal einkaufen muss nicht zwingend gut sein. Nachdenken über das eigene Handeln schadet in keinem Fall (gerne auch mal bei kaufnix.net vorbeischauen).

  • Geld

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 30.04.2019 in Geld, Klima, Wirtschaft

    Fünf Punkte, wie mit dem kapitalistischen Grundstoff Geld gegen den Klimawandel gearbeitet werden könnte.

    Geld, Bild: Birgit Kohlhaas
    Geld, Bild: Birgit Kohlhaas

    Ernährungswechsel, Plastikreduzierung, E-Mobilität sind öffentlichkeitswirksame Themen wenn es um die Einhaltung der Klimaziele des Pariser Abkommens geht. Ich möchte mit den folgenden Gedanken – am Vortag zum Tag der Arbeit – die Generation #parentsforfuture bzw. #grandparents forfuture ansprechen und den Blick auf das Geld lenken, welches nun einmal im real existierenden Kapitalismus die Grundlage allen wirtschaftlichen Handelns ist. Wenn von Politikern gemeint wird, „der Markt“ würde schon alles regeln, dann müssen wir als Marktteilnehmerïnnen unsere Möglichkeiten zur Beeinflussung des Marktes auch wahrnehmen.

    Entziehe Dein Geld der Finanzindustrie.
    Gib es zu Banken, die ethische Maßstäbe anlegen, die Dein Geld nicht in Rüstungsprojekte oder Raubbau an der Natur investieren. Bring Dein Geld zur GLS-Bank oder zur Ethikbank (es gibt noch weitere Alternativen). Zieh Dein Geld aus dem Aktienmarkt. Wenn ich die Liste der Dax30 anschaue habe ich nicht den Eindruck, dass es sich um Öko-Vorreiter handelt. Steck Dein Geld vielleicht in lokale Genossenschaften. Wirkung statt Rendite!

    Der Aufwand für diesen Punkt hängt vom Umfang Deiner Bankprodukte ab. Ein neues Bankkonto lässt sich gut parallel einrichten und wenn nach drei bis sechs Monaten alle Einzugsermächtigungen und Daueraufträge aktualisiert sind, kann das alte Konto gelöscht werden. Bei Produkten am Geldmarkt ist sicher etas mehr Zeit nötig, aber warum nicht jetzt darüber nachdenken und 2019 den Finanzwechsel beginnen.

    Gib Dein Geld an Energieversorger, die mit regenerativen Energiequellen arbeiten.
    Dieses Thema ist lange bekannt. Die Auswahl an Anbietern ist groß - wie sicher auch die Zahl derer, die bisher immernoch zu Faul waren, einfach zu wechseln. Geht zu echten Öko-Strom-Anbietern und Gasversorgern - nicht zu Mogelpackungen der Konzerne. Bringt euer Geld vielleicht zu lokalen Bürgerwerken (Thüringer Landstrom).

    Hier ist der Aufwand nun wirklich gering. Der neue Anbieter braucht Deine Adresse, die Zählernummer und den Kontakt zum alten Anbieter - der Rest geht automatisch und an der Steckdose oder dem Heizkörper merkst Du nichts. Es gibt also keinen Grund, diesen Punkt nicht sofort anzugehen. Kohleausstieg selber machen!

    Achte auf Dein Geld beim Einkauf.
    Das betrifft nicht nur Lebensmittel sondern alle Bereiche. Orientiere Dich auf regionale Produkte. Denk an kurze Produktions- und Lieferwege. Bestelle möglichst nicht online. Unterstütze lokale Herstellerïnnen und Händlerïnnen. Auch hier wieder ein Gedanke: Bring das Geld nicht zu den Konzernen und Ketten, sondern zu Produzentïnnen und Erzeugerïnnen, wo das Geld bei denen landet, die die Produkte herstellen.

    Hier liegt der Aufwand im stetigen informieren und nachdenken. Überlege ich jedoch, wie viele Tage und Wochen manche Leute über Prospekten und Testberichten sitzen, um ein neues Handy, einen neuen Fernseher, ein neues Auto auszuuchen, so muss dieser Aufwand nur neu justiert werden und wir reden nicht über einen extra Aufwand. Hat man einmal sein Netzwerk aus Anbieterïnnen gefunden und seinen „Warenkorb“ von Produkten, dann sehe ich hier sogar eine Erleichterung. Wir müssen uns davon trennen, immer den neuesten Scheiß von irgendwoher haben zu wollen. Auch weniger zu kaufen und dafür haltbare und reparierbare Produkte erleichert den permanenten Auswahlstress.

    Kompensiere Deinen CO2-Ausstoß.
    Der durchschittliche CO2-Ausstoß in Deutschland liegt deutlisch über 10 Tonnen pro Jahr und Person. atmosfair als eine Plattform zur CO2-Kompensation berechnet eie Tonne mit 23 Euro. 10 Tonnen, 2 Personen entsprächen also 460 Euro an Kosten. Wenn Du diese Summe zum Beispiel in Aufforstungsprojekte investierst, ist das eine Investition in die Zukunft, denn son ein Wald braucht ja auch einige Zeit zum Wachsen, um die entsprechende Wirkung dann zu entfalten. Parallel wird ja auch immer weiter großflächig Regenwald zerstört.

    Der Aufwand ist hier überschaubar. Kompensationsplattform wählen oder Projekt (z.b. plant for the planet) und Geld überweisen. Zum Hintergrund empfehle ich die Podcast-Folge „Klimaneutralität“ aus dem Podcast „Forschergeist“ mit Franz Josef Radermacher.

    Bisher ging es ums Geld ausgeben. Als Freiberufler und Selbstständiger habe ich aber auch Kontrolle und eine Verantwortung auf der Seite des Geld einnehmens.

    Achte darauf, von wem Du Geld annimmst.
    Ich kann meine Auftraggeber danach aussuchen, in welchen Branchen sie arbeiten und womit diese ihr Geld verdienen. Würde ich einen Geschäftsbericht für RWE setzen – eher nicht. Eine Website für einen Landwirtschaftsbetrieb mit Massentierhaltung – wohl kaum. Wahlplakate für Nazis - Nein. Sicher, wenn ich es nicht mache, macht es jemand anders. Aber vielleicht setzt sich diese Haltung durch.

    Hier geht es weniger um Aufwand als um Haltung. Man kann Auftraggeber informieren und beraten, Drucksachen klimaneutral herstellen lassen (auch hier wieder Kompensation), Drucksachen papiersparend und ohne Zusatzlack und auf Recyclingpapier produzieren und so weiter.

    In gewisser Weite kann ich C. Lindner dankbar für das Hashtag #MondaysForEconomy (Link zu Twitter). Ja, wir müssen über Geld reden - und wenn alle sich Montags eine halbe Stunde Zeit nehmen um an den genannten Punkten zu arbeiten und den Markt ändern, dann wird sich auch etwas ändern. 

    P.S. Ich habe bewusst keine Anbieter verlinkt. Diese können einfach per Suchmaschine gefunden werden. Die Beispiellisten sind sowieso unvollständig. Eure Alternativvorschläge gerne in die Kommentare.

    P.P.S. Ich schließe mich absolut in o.g. Forderungen mit ein. Sie sind vielmehr sogar eine Zielstellung für eigenes Handeln.

    P.P.P.S. Auch hier gilt wieder: Das sind individuelle Maßnahmen so wie Stom sparen, nicht fliegen etc. Die sind wichtig aber wirklich wichtig ist, dass die Politik im Großen umsteuert. Deshalb weiter auf die Straße. Unterstützt #FridaysForFuture. Zeichnet Petitionen. #ActNow.

  • Climate Facts

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 29.04.2019 in Film, Klima, Medien

    Dokumentation des britischen Tierfilmes und Naturforschers Sir David Attenborough

    Climate Change - The Facts

    Climate Change - The Facts

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    Diese Dokumentation lief in der BBC am 18. April 2019 fast zur Hauptsendezeit (21:00). Über die Website der BBC leider außerhalb des Königreiches nicht zu sehen, dafür aber bei Youtube.

    Auch wenn der knapp einstündige Film hier englischsprachig ist, empfehle ich ihn auch wenn man nicht alles versteht - viele Bilder sprechen für sich. 

  • Extinction Rebellion

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 29.04.2019 in Klima

    Hintergrundbericht bei klimareporter.de

    Artikel: „So plant "Extinction Rebellion" den Aufstand fürs Klima“ von  Christian Mihatsch vom 26.04.2019

  • Die Wiese

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 23.04.2019 in Kino, Klima, Medien, Wald

    Filmtipp – auch für Heuschnupfengeplagte

    Die Wiese - Trailer

    Die Wiese - Trailer

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    Quelle auf externer Website: https://www.youtube-nocookie.com/embed/NIrv9_srlEg

    In Weimar im Moment noch im Lichthaus an Wochenenden zu sehen. Dieser Film macht deutlich, welche „Wunder“ uns umgeben und was wir verlieren werden, wenn alles so weitergeht wie bisher. Unbedingte Empfehlung - und danach mit #FridaysForFuture oder #ExtinctionRebellion auf die Straße, um einen Handlungswechsel zu erreichen.

  • Dies ist ein Protestsong …

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 12.04.2019 in Medien, Musik

    COURTIER - Jüngstes Gericht

    COURTIER - Jüngstes Gericht

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    … oder eigentlich eher eine Ansage! Zum ersten Mal heute bei #fridaysforfuture auf der Demo gehört. Ich finde es gut, dass die Bewegung auch künstlerisch eine eigene Sprache entwickelt und wünsche dass die Kraft noch lange reicht.

    (Je mehr Popkultur ins Spiel kommt, desto näher kommt dann auch der Kapitalismus, der es bisher noch immer geschafft ha, jede Subkultur in H&M-T-Shirts zu verwandeln …)

  • Autofrei

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 02.04.2019 in Klima, Mobilität

    In meinem Geburtsjahr 1973 gab es wegen der Ölkrise in Westdeutschland staatlich verordnete autofreie Sonntage*. Wäre es jetzt – wegen der Klimakrise – nicht an der Zeit, diese wieder zu beleben?

    Goetheplatz Weimar am 6. Februar 2019 - fast autofrei, Bild: Martin Kohlhaas
    Goetheplatz Weimar am 6. Februar 2019 - fast autofrei, Bild: Martin Kohlhaas

    Aus Anlass des 100jährigen Jubiläums des Zusammenkommens der Deutschen Nationalversammlung in Weimar am 6. Februar 2019 waren weite Teile der Innenstadt abgeriegelt. Viele Bekannte haben das als wohltuende Ruhe empfunden.

    Was spricht für zeitlich (und räumlich) begrenzte Fahrverbote?

    1. Gewohnheitsmäßige Autofahrende werden für einen Tag gezwungen, diese Gewohnheit zu verlassen. Sonntag mal nicht die zwei oder vier Kilometer zum Backshop und zurück. Das gibt sicher zu denken. Eventuell nehmen dann einige mal das Rad und nehmen diese Abwechslung auch positiv wahr. Dennoch würde dieser Punkt wieder die „Verzicht-Diskussion“ befeuern.
    2. Eine autofreie Zeit könnte neue Perspektiven und Möglichkeiten aufzeigen. Passt das Wetter, werden vermutlich Leute mit Rollerskates und Skateboards durch die Straßen fahren, andere Fuß- oder Federball spielen, eventuell sogar Picknick machen. Diese Situationen sind in Weimar nicht ganz unbekannt. Während der Genius-Loci-Wochenenden sind immer wieder Straßen und Plätze autofrei. Am beeindruckendsten fand ich (2018?) die Wirkung der (auto)-leeren Steubenstraße, die damit ausnahmsweise auch mal zum Verweilen einlud.
      Gefunden aber nicht selbst miterlebt habe ich noch die Inliner-Nacht am 19.09.2008, bei der die Straßen rund um den Weimarhallenpark am Abend für Autos gesperrt waren.

    Ein großer Teil der Verkehrsflächen ist für Menschen in der Stadt nicht nutzbar bzw. wird auch als gefährlich wahrgenommen. (Siehe Illustration von Karl Jilg bei utopia.de) Man hetzt über Ampeln (weil die Grünphasen zu kurz sind), ein gemütliches Sitzen im Café am Stadtring ist undenkbar (deshalb gibts da auch keine). Autofreie Zeiten/Zonen geben diese Flächen den Menschen zurück und ermöglichen vielfältigere Nutzungen.

    * Laut Wikipedia fanden tatsächlich nur drei echt autofreie Sonntage statt.

in anderen Netzen …