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  • „Müll“

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 12.05.2019 in Bioladen, Recycling, Wohnen · 1 Kommentar

    Aus den Augen – aus dem Sinn. Morgen ist wieder Montag und wie alle 14 Tage wird der „Müll“ abgeholt.

    Inhalt von 14 Tagen, Bild: Martin Kohlhaas
    Inhalt von 14 Tagen, Bild: Martin Kohlhaas

    Eines der wichtigsten Prinzipien unserer Gesellschaft scheint ja das zu sein, dass man unangenehme Sachen möglichst nicht sehen soll. So wirft man die Verpackungen in die schicke Tonne und fast wie von Zauberhand verschwindet der Inhalt alle 14 Tage. Wo er dann landet kann man z.B. in der Süddeutschen Zeitung nachlesen „Deutscher Plastikmüll verschmutzt Malaisia“. Wir müssen weg vom Müll, vor allem vom Plastik. Wir müssen schauen, dass wir die Tonne gar nicht erst füllen. Wir müssen uns bewusst machen, was wir da eigentlich so einkaufen, entpacken und wegwerfen.

    Aus diesem Grunde habe ich heute den Beutel mal nicht in die Tonne sondern in den Keller geleert und sortiert, um zu schauen, welche Packungen sich da finden und in Zukunft vermeiden lassen.

    Das rohe Ergebnis:

    1 Kaffee
    1 Müsli
    1 Tee
    2 Mozzarella
    1 Puddingpulver
    X Tempo-Packungen
    X Medikamente
    3 Butter
    2 Pasta
    1 Zucker
    2 Aprikosen
    2 Walnüsse
    X Deckel von Gläsern
    1 Frühstücksbrei
    1 Schokolade
    1 Mon Chérie
    1 Duschbad
    1 Geschirrspülmittel
    1 Dose Werbegeschenk
    1 Schlagsahne
    und Diverse Tüten, Käsepapiere, Kleinkram

    Und hier nochmal mit Kommentar:

    1 Kaffee
    Aufgabe: Quelle finden, wo man sich die Bohnen in ein eigenes Gefäß abfüllen lassen kann. Immerhin kommen von diesen Packungen sehr regelmäßig welche ins Haus.

    1 Müsli
    1 Tee
    2 Mozzarella
    1 Puddingpulver
    X Tempo-Packungen
    Es gibt weniger schlimme Papp-Boxen, die eventuell als Alternative besser wären. Es wurden bereits auch wieder die Altbestände der Stofftaschentücker wiederentdeckt.

    X Medikamente
    3 Butter
    2 Pasta
    Beim letzten Einkauf bereits umgestiegen auf 2kg-Packung. Besser wäre Selbstabfüllung im Laden? Regelmäßig werden die Nudeln auch selbst gemacht. Dann fallen für den Gries weniger Verpackungen an.

    1 Zucker
    2 Aprikosen
    2 Walnüsse
    X Deckel von Gläsern
    1 Frühstücksbrei
    1 Schokolade
    1 Mon Chérie
    kam als Geschenk ins Haus. Aufgabe: Eltern/Omas informieren, dass solche Geschenke nicht mehr gewünscht sind.

    1 Duschbad
    hier werden Reste aufgebraucht. Einfache Seifen haben sich bereits als gleichwertige Alternative für Haare, Duschen, Rasieren bewährt

    1 Geschirrspülmittel
    Experimente mit selbst gemischten Essenzen laufen noch

    1 Dose Werbegeschenk
    Aufgabe: lernen, nein zu sagen

    1 Schlagsahne
    von Gästen mitgebracht – in Zukunft Gästen wieder mitgeben?

    und Diverse Tüten, Käsepapiere, Kleinkram
    Aufgabe: schauen, ob man eigene Packung für Käse mitnehmen kann

    Für die nicht kommentierten Sachen: Forschungsreise nach Jena/Erfurt in die Unverpackt-Läden. Schauen, ob man dort bestimmte Produkte in größeren Mengen ohne Verpackung bekommen könnte (muss natürlich Zeit/Energie für Fahrt berücksichtigt werden). Besser wäre Unverpackt-Laden in Weimar.

    Fazit: Auch wenn man fast ausschließlich im Bioladen einkauft, kommt man um Kunststoffe nicht herum. Fortsetzung folgt.

  • Realitätsschock

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 09.05.2019 in Internet, Klima, Medien, Politik, Wirtschaft

    Ich empfehle, dieses Video zu schauen. Es hat etwas von der roten Pille in Matrix.

  • Rückbau

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 08.05.2019

    Auch scheinbar kleine Verbräuche können sich über die Zeit groß aufsummieren – Zeit für den Technik-um/rück-bau

    Kabelsalat, Bild: Martin Kohlhaas
    Kabelsalat, Bild: Martin Kohlhaas

    Auf der Suche nach Einsparpotentialen landete mein Blick auf unserem Netzwerk. Normalerweise weitgehend unbeachtet tat seit Jahren im Keller ein 48-Port-Switch seine Dienste, um alle LAN-Dosen (liebe Kinder bitte mal recherchieren, was das ist) mit Netz zu versorgen. Der Abgleich mit den Geräten, die auf der anderen Seite tatsächlich kabelgebunden angeschlossen waren ergab einen Drucker, die FritzBox und ironischerweise ein Laptop.

    Daraufhin habe ich alle Kabel gezogen und den großen Switch durch einen (noch vorhandenen 8-Port-Switch) ersetzt. Und nun die Zahlen:

    Verbrauch 24h280,32 kWh

    vorher nachher
    Gerät Zyxcel GS1900-48 Sitecom LN121
    Leistungsaufnahme 31.9 Watt 4,5 Watt
    Verbrauch 24h 0,768 kWh 0,12 kWh
    Verbrauch 1 Jahr 280,32 kWh 43,8 kWh

    Bezogen auf den Gesamtstromverbrauch des Büros (siehe Seite Verbrauch) trug also der unbeachtete Switch im Keller circa zu einem Monatsverbrauch bei. Nächstes Ziel ist es, durch andere Verkabelung der Restgeräte (Drucker läuft nun über WLAN) auch auf den 8-Port-Switch zu verzichten.

  • Bericht zum Zustand der Artenvielfalt

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 07.05.2019 in Garten, Klima, Wald

    Die Menschheit schafft sich ab.

    Eine kleine Linkliste zum Stand des Themas im Mai 2019 aus Anlass des ersten globalen Berichtes zum Zustand der Artenvielfalt des Weltbiodiversitätsrates (IPBES)

    International:

    Filmtipp arte: Die Erdzerstörer

    Mit diesen Quellen kann niemand sagen, er/sie hätte nichts gewusst. Angesichts dieser erdrückenden und bedrückenden Fakten sollten Unterschriften bei Petitionen zum Klimanotstand keine Frage sein. Es sollte auch keine Frage sein, den persönlichen Klimanotstand zu erklären und jede eigene Handlung nach ihrer Klimaschädlichkeit zu beurteilen.

    Kommentar bei klimareporter.de

  • Wochenendbesuch in Südthüringen

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 06.05.2019 in Mobilität, Urlaub & Reise

    Mit Bus und Bahn über'n Berg

    Bahnreise, Bild: Martin Kohlhaas
    Bahnreise, Bild: Martin Kohlhaas

     Am Wochenende haben wir zu dritt meine Eltern in Schleusingen besucht. Üblicherweise passierte dies bisher als Autofahrt:

    • Abfahrt Weimar
    • Auffahrt A4 bei Gelmeroda
    • Wechsel auf A71 am Erfurter Kreuz
    • Abfahrt Schleusingen

    → Strecke ca. 100 km, Dauer ca. 1 h, Rückfahrt entsprechend umgekehrt.

    Dieses Mal nahmen wir öffentliche Verkehrsmittel:

    • Abfahrt Weimar Hauptbahnhof
    • Umstieg Erfurt Hauptbahnhof
    • Suhl: Umstieg in den Überlandbus
    • Ankunft Schleusingen

    → Dauer ca. 2 h, Rückfahrt entsprechend umgekehrt.

    Erkenntnisse/Erfahrungen

    a) Ja, es gibt ziemlich gut abgestimmte Verkehrsverbindungen auch „übern Berg“ - gerade die Abstimmung von Bahn mit Bus hat mich positiv überrascht.

    b) Zeit ist relativ. Die Fahrzeit ist doppelt so lang. Hier sehe ich jedoch mehrere „aber“:

    • Erst seit der Fertigstellung der Autobahn (vermutlich 2003) gilt die ca. eine Stunde Fahrzeit für PKW. Bis dahin führte uns die Landstraßenvariante über Bad Berka, Kranichfeld, Stadtilm, Ilmenau, Schmiedefeld bis Schleusingen ebenfalls in einer Fahrzeit von durchschnittlich zwei Stunden.
    • Gefühlt gingen die zwei Stunden in Bahn und Bus viel schneller vorbei, als die eine Stunde im Auto. Ich konnte lesen. Die Umstiege sorgten für Bewegung und Abwechslung. Ich konnte die Landschaft anschauen. Ich konnte Leute beobachten. Im Auto (meist als Fahrer) ist es eher langweilig. Wenn ich mich (Tempomat) auf 120 km/h einstelle, dann habe ich nichts weiter zu tun als zu lenken. Es gibt auf der Strecke 5 Tunnel (jeweils 80km/h) - da ist von Landschaft auch nichts zu sehen. Generell habe ich meist das Gefühl, es könnte schneller gehen.

    c) Öffentlicher Verkehr wird nicht belohnt. Für drei Personen kam als Ticket realistisch nur das Thüringen-Ticket in Frage. Fahrpreis 39 Euro. Leider nimmt das Unternehmen Werrabus nicht am Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT) teil, also für die Fahrt von Suhl nach Schleusingen nochmal 9 Euro für uns drei. Summe 96 Euro für Hin- und Rückfahrt. Im Vergleich mit der Autofahrt: 200 km bei einem Verbrauch von 10 Litern/100km bei einem Preis von 1,48 Euro/Liter = knapp 30 Euro offensichtliche Kosten ohne Berücksichtigung von KFZ-Steuer, -Versicherung, Reparaturen etc. Die realen Kilometerkosten werden bei uns etwas bei 50 Cent liegen. Das entspräche realen 100 Euro Kosten für die aktuelle Fahrt und würde im Vergleich schon ganz anders aussehen.

    P.S. In der Recherche bei Google-Maps wurde die aktuelle verkehrsbedingte Fahrzeit mit 1,5 Stunden angegeben (aktuell Baustelle hinter Arnstadt - Stand 6.5.2019, 9:00 Uhr) die realen Fahrzeiten sind also sehr schwankend im Vergleich zu eher stabilen Fahrzeiten auf der anderen Variante.

    P.P.S. Doppelt blöd: wenn das Auto in der Garage steht, während ich in der Bahn sitze, habe ich die Kosten für Steuern, Versicherungen, … trotzdem. Ein Argument mehr für kein Auto.

  • Wie klimaschädlich ist der Onlinehandel?

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 05.05.2019 in Klima, Wirtschaft

    „Der Vergleich ist schwierig, weil er von vielen individuellen Faktoren abhängt. Doch klar ist: Wer das Klima schonen will, sollte zu Fuß oder mit dem Fahrrad einkaufen - oder beim Online-Shopping möglichst wenig zurückschicken.“

    Ein Artikel von Michael Kläsgen in der Süddeutschen Zeitung mit interessanten Gedanken und Zahlen. Online einkaufen ist nicht per se schlecht und lokal einkaufen muss nicht zwingend gut sein. Nachdenken über das eigene Handeln schadet in keinem Fall (gerne auch mal bei kaufnix.net vorbeischauen).

  • Geld

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 30.04.2019 in Geld, Klima, Wirtschaft

    Fünf Punkte, wie mit dem kapitalistischen Grundstoff Geld gegen den Klimawandel gearbeitet werden könnte.

    Geld, Bild: Birgit Kohlhaas
    Geld, Bild: Birgit Kohlhaas

    Ernährungswechsel, Plastikreduzierung, E-Mobilität sind öffentlichkeitswirksame Themen wenn es um die Einhaltung der Klimaziele des Pariser Abkommens geht. Ich möchte mit den folgenden Gedanken – am Vortag zum Tag der Arbeit – die Generation #parentsforfuture bzw. #grandparents forfuture ansprechen und den Blick auf das Geld lenken, welches nun einmal im real existierenden Kapitalismus die Grundlage allen wirtschaftlichen Handelns ist. Wenn von Politikern gemeint wird, „der Markt“ würde schon alles regeln, dann müssen wir als Marktteilnehmerïnnen unsere Möglichkeiten zur Beeinflussung des Marktes auch wahrnehmen.

    Entziehe Dein Geld der Finanzindustrie.
    Gib es zu Banken, die ethische Maßstäbe anlegen, die Dein Geld nicht in Rüstungsprojekte oder Raubbau an der Natur investieren. Bring Dein Geld zur GLS-Bank oder zur Ethikbank (es gibt noch weitere Alternativen). Zieh Dein Geld aus dem Aktienmarkt. Wenn ich die Liste der Dax30 anschaue habe ich nicht den Eindruck, dass es sich um Öko-Vorreiter handelt. Steck Dein Geld vielleicht in lokale Genossenschaften. Wirkung statt Rendite!

    Der Aufwand für diesen Punkt hängt vom Umfang Deiner Bankprodukte ab. Ein neues Bankkonto lässt sich gut parallel einrichten und wenn nach drei bis sechs Monaten alle Einzugsermächtigungen und Daueraufträge aktualisiert sind, kann das alte Konto gelöscht werden. Bei Produkten am Geldmarkt ist sicher etas mehr Zeit nötig, aber warum nicht jetzt darüber nachdenken und 2019 den Finanzwechsel beginnen.

    Gib Dein Geld an Energieversorger, die mit regenerativen Energiequellen arbeiten.
    Dieses Thema ist lange bekannt. Die Auswahl an Anbietern ist groß - wie sicher auch die Zahl derer, die bisher immernoch zu Faul waren, einfach zu wechseln. Geht zu echten Öko-Strom-Anbietern und Gasversorgern - nicht zu Mogelpackungen der Konzerne. Bringt euer Geld vielleicht zu lokalen Bürgerwerken (Thüringer Landstrom).

    Hier ist der Aufwand nun wirklich gering. Der neue Anbieter braucht Deine Adresse, die Zählernummer und den Kontakt zum alten Anbieter - der Rest geht automatisch und an der Steckdose oder dem Heizkörper merkst Du nichts. Es gibt also keinen Grund, diesen Punkt nicht sofort anzugehen. Kohleausstieg selber machen!

    Achte auf Dein Geld beim Einkauf.
    Das betrifft nicht nur Lebensmittel sondern alle Bereiche. Orientiere Dich auf regionale Produkte. Denk an kurze Produktions- und Lieferwege. Bestelle möglichst nicht online. Unterstütze lokale Herstellerïnnen und Händlerïnnen. Auch hier wieder ein Gedanke: Bring das Geld nicht zu den Konzernen und Ketten, sondern zu Produzentïnnen und Erzeugerïnnen, wo das Geld bei denen landet, die die Produkte herstellen.

    Hier liegt der Aufwand im stetigen informieren und nachdenken. Überlege ich jedoch, wie viele Tage und Wochen manche Leute über Prospekten und Testberichten sitzen, um ein neues Handy, einen neuen Fernseher, ein neues Auto auszuuchen, so muss dieser Aufwand nur neu justiert werden und wir reden nicht über einen extra Aufwand. Hat man einmal sein Netzwerk aus Anbieterïnnen gefunden und seinen „Warenkorb“ von Produkten, dann sehe ich hier sogar eine Erleichterung. Wir müssen uns davon trennen, immer den neuesten Scheiß von irgendwoher haben zu wollen. Auch weniger zu kaufen und dafür haltbare und reparierbare Produkte erleichert den permanenten Auswahlstress.

    Kompensiere Deinen CO2-Ausstoß.
    Der durchschittliche CO2-Ausstoß in Deutschland liegt deutlisch über 10 Tonnen pro Jahr und Person. atmosfair als eine Plattform zur CO2-Kompensation berechnet eie Tonne mit 23 Euro. 10 Tonnen, 2 Personen entsprächen also 460 Euro an Kosten. Wenn Du diese Summe zum Beispiel in Aufforstungsprojekte investierst, ist das eine Investition in die Zukunft, denn son ein Wald braucht ja auch einige Zeit zum Wachsen, um die entsprechende Wirkung dann zu entfalten. Parallel wird ja auch immer weiter großflächig Regenwald zerstört.

    Der Aufwand ist hier überschaubar. Kompensationsplattform wählen oder Projekt (z.b. plant for the planet) und Geld überweisen. Zum Hintergrund empfehle ich die Podcast-Folge „Klimaneutralität“ aus dem Podcast „Forschergeist“ mit Franz Josef Radermacher.

    Bisher ging es ums Geld ausgeben. Als Freiberufler und Selbstständiger habe ich aber auch Kontrolle und eine Verantwortung auf der Seite des Geld einnehmens.

    Achte darauf, von wem Du Geld annimmst.
    Ich kann meine Auftraggeber danach aussuchen, in welchen Branchen sie arbeiten und womit diese ihr Geld verdienen. Würde ich einen Geschäftsbericht für RWE setzen – eher nicht. Eine Website für einen Landwirtschaftsbetrieb mit Massentierhaltung – wohl kaum. Wahlplakate für Nazis - Nein. Sicher, wenn ich es nicht mache, macht es jemand anders. Aber vielleicht setzt sich diese Haltung durch.

    Hier geht es weniger um Aufwand als um Haltung. Man kann Auftraggeber informieren und beraten, Drucksachen klimaneutral herstellen lassen (auch hier wieder Kompensation), Drucksachen papiersparend und ohne Zusatzlack und auf Recyclingpapier produzieren und so weiter.

    In gewisser Weite kann ich C. Lindner dankbar für das Hashtag #MondaysForEconomy (Link zu Twitter). Ja, wir müssen über Geld reden - und wenn alle sich Montags eine halbe Stunde Zeit nehmen um an den genannten Punkten zu arbeiten und den Markt ändern, dann wird sich auch etwas ändern. 

    P.S. Ich habe bewusst keine Anbieter verlinkt. Diese können einfach per Suchmaschine gefunden werden. Die Beispiellisten sind sowieso unvollständig. Eure Alternativvorschläge gerne in die Kommentare.

    P.P.S. Ich schließe mich absolut in o.g. Forderungen mit ein. Sie sind vielmehr sogar eine Zielstellung für eigenes Handeln.

    P.P.P.S. Auch hier gilt wieder: Das sind individuelle Maßnahmen so wie Stom sparen, nicht fliegen etc. Die sind wichtig aber wirklich wichtig ist, dass die Politik im Großen umsteuert. Deshalb weiter auf die Straße. Unterstützt #FridaysForFuture. Zeichnet Petitionen. #ActNow.

  • Climate Facts

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 29.04.2019 in Film, Klima, Medien

    Dokumentation des britischen Tierfilmes und Naturforschers Sir David Attenborough

    Diese Dokumentation lief in der BBC am 18. April 2019 fast zur Hauptsendezeit (21:00). Über die Website der BBC leider außerhalb des Königreiches nicht zu sehen, dafür aber bei Youtube.

    Auch wenn der knapp einstündige Film hier englischsprachig ist, empfehle ich ihn auch wenn man nicht alles versteht - viele Bilder sprechen für sich. 

  • Extinction Rebellion

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 29.04.2019 in Klima

    Hintergrundbericht bei klimareporter.de

    Artikel: „So plant "Extinction Rebellion" den Aufstand fürs Klima“ von  Christian Mihatsch vom 26.04.2019

  • Die Wiese

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 23.04.2019 in Kino, Klima, Medien, Wald

    Filmtipp – auch für Heuschnupfengeplagte

    In Weimar im Moment noch im Lichthaus an Wochenenden zu sehen. Dieser Film macht deutlich, welche „Wunder“ uns umgeben und was wir verlieren werden, wenn alles so weitergeht wie bisher. Unbedingte Empfehlung - und danach mit #FridaysForFuture oder #ExtinctionRebellion auf die Straße, um einen Handlungswechsel zu erreichen.

  • Dies ist ein Protestsong …

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 12.04.2019 in Medien, Musik

    … oder eigentlich eher eine Ansage! Zum ersten Mal heute bei #fridaysforfuture auf der Demo gehört. Ich finde es gut, dass die Bewegung auch künstlerisch eine eigene Sprache entwickelt und wünsche dass die Kraft noch lange reicht.

    (Je mehr Popkultur ins Spiel kommt, desto näher kommt dann auch der Kapitalismus, der es bisher noch immer geschafft ha, jede Subkultur in H&M-T-Shirts zu verwandeln …)

  • Autofrei

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 02.04.2019 in Klima, Mobilität

    In meinem Geburtsjahr 1973 gab es wegen der Ölkrise in Westdeutschland staatlich verordnete autofreie Sonntage*. Wäre es jetzt – wegen der Klimakrise – nicht an der Zeit, diese wieder zu beleben?

    Goetheplatz Weimar am 6. Februar 2019 - fast autofrei, Bild: Martin Kohlhaas
    Goetheplatz Weimar am 6. Februar 2019 - fast autofrei, Bild: Martin Kohlhaas

    Aus Anlass des 100jährigen Jubiläums des Zusammenkommens der Deutschen Nationalversammlung in Weimar am 6. Februar 2019 waren weite Teile der Innenstadt abgeriegelt. Viele Bekannte haben das als wohltuende Ruhe empfunden.

    Was spricht für zeitlich (und räumlich) begrenzte Fahrverbote?

    1. Gewohnheitsmäßige Autofahrende werden für einen Tag gezwungen, diese Gewohnheit zu verlassen. Sonntag mal nicht die zwei oder vier Kilometer zum Backshop und zurück. Das gibt sicher zu denken. Eventuell nehmen dann einige mal das Rad und nehmen diese Abwechslung auch positiv wahr. Dennoch würde dieser Punkt wieder die „Verzicht-Diskussion“ befeuern.
    2. Eine autofreie Zeit könnte neue Perspektiven und Möglichkeiten aufzeigen. Passt das Wetter, werden vermutlich Leute mit Rollerskates und Skateboards durch die Straßen fahren, andere Fuß- oder Federball spielen, eventuell sogar Picknick machen. Diese Situationen sind in Weimar nicht ganz unbekannt. Während der Genius-Loci-Wochenenden sind immer wieder Straßen und Plätze autofrei. Am beeindruckendsten fand ich (2018?) die Wirkung der (auto)-leeren Steubenstraße, die damit ausnahmsweise auch mal zum Verweilen einlud.
      Gefunden aber nicht selbst miterlebt habe ich noch die Inliner-Nacht am 19.09.2008, bei der die Straßen rund um den Weimarhallenpark am Abend für Autos gesperrt waren.

    Ein großer Teil der Verkehrsflächen ist für Menschen in der Stadt nicht nutzbar bzw. wird auch als gefährlich wahrgenommen. (Siehe Illustration von Karl Jilg bei utopia.de) Man hetzt über Ampeln (weil die Grünphasen zu kurz sind), ein gemütliches Sitzen im Café am Stadtring ist undenkbar (deshalb gibts da auch keine). Autofreie Zeiten/Zonen geben diese Flächen den Menschen zurück und ermöglichen vielfältigere Nutzungen.

    * Laut Wikipedia fanden tatsächlich nur drei echt autofreie Sonntage statt.

  • Wieder was gelernt …

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 27.03.2019

    … über Diskussionshandzeichen

    Diskussionshandzeichen „Zustimmung“, Bild: Ausschnitt aus PDF. Quelle: http://www.kommunikationskollektiv.org
    Diskussionshandzeichen „Zustimmung“, Bild: Ausschnitt aus PDF. Quelle: http://www.kommunikationskollektiv.org
  • Braucht Weimar einen Radentscheid?

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 18.03.2019 in Klima, Mobilität · 2 Kommentare

    Was ist ein Radentscheid und was passiert in Weimar hinsichtlich Radverkehrsinfrastruktur?

    Illustration Radentscheid / Social, Header, Bild: Martin Kohlhaas + 1 Bild
    Illustration Radentscheid / Social, Header, Bild: Martin Kohlhaas

    Zunächst zu Begrifflichkeit. Radentscheide tauchen in schöner Regelmäßigkeit in meinen Timelines auf (z.B. https://www.radentscheid-frankfurt.de/, https://volksentscheid-fahrrad.de/, https://radentscheid-darmstadt.de/, https://radentscheid-rostock.de/) mit Bitte um Teilnahme an Unterschriftensammlungen. Doch was ist das? Nach meinen Recherchen handelt es sich um Initiativen, die auf kommunaler oder Landesebene mit den Mitteln der Bürgerbeteiligung (Bürgerbegehren, Bürgerentscheid) erreichen wollen, dass Entscheidungen auf die politische Agenda gesetzt werden. Diese Initiativen sind in der Regel parteiunabhängig organisiert, es gibt Maßnahmenkataloge, Ziele etc. (Beispiele für die Formulierung von Zielen siehe Aachen oder Rostock).

    Ist das was für Weimar? Was ist eigentlich der Stand in Weimar?

    In Weimar gibt es im Rahmen der Lokalen Agenda 21 ein Radverkehrskonzept seit 1997 ergänzt durch einen Grundsatzbeschluss zur Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans 2008 (beschlossen 2009). Im Jahr 2016 gab es ein Bürgerforum zur Aktualisierung der Schwerpunkte und Ziele und zuletzt im Januar 2018 einen einstimmigen Beschluss des Stadtrates zum Radverkehrskonzept.

    Da scheint also schon alles in die richtige Richtung zu laufen. Es ist allerdings nicht ganz einfach, sich inhaltlich einen Überblick zu verschaffen. Rund um die Pläne zur Umgestaltung des Sophienstiftsplatzes (Shared Space vs. Ampeln) gab es wieder mehr Beiträge rund um das Thema zu finden.

    Wenn ich den Rathauskurier nach den Begriffen Radverkehr oder Fahrrad durchsuche (Suche in PDF-Ausgaben von 2019, 2018 und 2017), dann finden sich diese in 11 von 50 Dateien und dann in drei Kategorien:

    • im Bereich aus den Fraktionen bei B90/Die Grünen mit Forderungen oder Berichten zu Anfragen im Stadtrat
    • zum Thema Fahrradsicherheit (Forderung nach Beleuchtung, Fahrradmarkierung …)
    • zum Thema Stadtradeln

    Auf der Website der Stadt finden sich das Radverkehrskonzept und ein paar weitere offizielle Dokumente, aber darüber hinaus keine aktuellen Informationen.

    Auf der Website des ADFC-Weimar gibt es eine Meldung von März 2018.

    Fahrradklima
    Parallel wird vom ADFV alle zwei Jahre im Fahrradklima-Test die Stimmung zum Radfahren via Online-Fragebogen eingeholt. Zahlen für Weimar gibt es aus der Befragung von 2016 (Gesamtbewertung 4.2). Die Ergebnisse der Befragung von 2018 werden für Frühjahr 2019 erwartet.

    Und nun – Radentscheid?

    Ich denke Weimar braucht keinen Radentscheid. Was Weimar braucht ist eine nachvollziehbare Kommunikation mit regelmäßigen Updates. Es kommen ja immer wieder neue Bürger*innen in die Stadt, oder Leute kommen frisch mit dem Thema Radfahren in Berührung (z.B. weil die Kinder in die Schule fahren) oder Leute werden durch FridaysForFuture inspiriert, auf das Fahrrad umzusteigen oder es zumindest häufiger im Alltag zu nutzen. Wer sich dann informieren will hat es nicht leicht, sich auf den aktuellen Stand zu bringen.  Und nicht zuletzt ändern sich die Rahmenbedingungen und damit die Bewertung von notwendigen Maßnahmen von Jahr zu Jahr. 

    Was tun?

    1. Das Radverkehrskonzept 2030 ist ein 68seitiges eher sperriges Dokument. Es könnte eine knackige Aufbereitung gebrauchen, in der die geplanten Maßnahmen besser erkennbar sind - eventuell Online als Website mit interaktiver Stadtkarte etc.
    2. Das Radverkehrskonzept 2030 ist ein totes Dokument. Was fehlt ist ein Tracker über Maßnahmen, die schon abgeschlossen sind, Maßnahmen, die gerade in Arbeit sind, Maßnahmen, die in Planung sind (mit Zielzeit) usw. (so etwas wie der SZ-Koalitionstracker könnte helfen, einen schnellen Überblick zu haben)
    3. Mitmachen.
      - Als RadfahrerIn kann jedeR Probleme oder Mängel im Thüringer Radwegenetz online melden - das geht auch in der Radroutenplaner-App.
      - Wir können zeigen, dass wir viele sind. Mit Critical-Mass-Veranstaltungen besteht die Chance, dass die Bedürfnisse der Radverkehrsteilnehmer*innen auch mal in der Presse landen (nicht nur als Forderungen nach Helmpflicht …).

    … und wir können diejenigen unterstützen, die sowieso Lobbyarbeit „pro Rad“ machen (z.B. ADFC) - oder bei Wahlen prüfen, wer sich für mehr und besseren Radverkehr einsetzt und entsprechend unsere Kreuzchen machen - zum Beispiel am 26. Mai zur Wahl des Stadtrates.

  • „KlosterNews“ war unsere Fridays for Future.

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 14.03.2019 in Klima

    Eine Schülerzeitung als politische Intervention im Gymnasium zwischen Januar 1990 und Mai 1991.

    Flyer zum weltweiten Streik für das Klima am 15.03.2019 in Weimar
    Flyer zum weltweiten Streik für das Klima am 15.03.2019 in Weimar

    Worum geht es? Was war KlosterNews?

    Ein Gruppe von Schülerinnen und Schülern am Gymnasium in Schleusingen (zunächst noch Erweiterte Oberschule) haben in Eigeninitiative eine Schülerzeitung gegründet und während ihrer 11. und 12. Klasse zehn Ausgaben produziert. (Mehr Info und Download im verlinkten Artikel)

    Was ist die Verbindung zu Fridays for Future?

    Zunächst einmal sind beide Phänomene auf der großen Ebene nicht miteinander vergleichbar. Aber dann irgendwie doch! Uns haben die Umstände genervt. Wir gingen wilden Zeiten zur Schule. Alles änderte sich – unser Gesellschaftssystem wurde aufgelöst. Neue Regeln bildeten sich erst (z.B. Thüringer Schulgesetz). Alte Regeln wurden wertlos. Wir haben uns in dieser Situation selbst organisiert, die Verhältnisse beobachtet und kommentiert. Für die Verbreitung unserer Beobachtungen nutzten wir das, was uns an Medien zu dieser Zeit zur Verfügung stand. Wir waren kreativ, subversiv, trotzig und hatten trotz ernster Themen und Botschaften eine Menge Spaß. Wir wurden seitens der Schulleitung bekämpft – und haben trotzdem nicht aufgegeben.

    Was ist die Erkenntnis – fast 30 Jahre danach?

    Wir haben einen Kanal gefunden, vielmehr, wir haben uns einen Kanal er-funden, um unseren Frust zu artikulieren. Das war eine großartige Erfahrung an Selbstwirksamkeit. In der Redaktion waren wir nicht allein. Wir waren verschieden in unseren Ansichten und Themensetzungen aber wir konnten gemeinsam diskutieren und handeln. Wir konnten die Themen setzen, die wir haben wollten – in einem Umfeld, in dem unsere Stimme nicht vorkam.

    Wenn ich im Moment Fridays for Future erlebe, bin ich bewegt und begeistert. Aus meiner Erfahrung von damals heraus binn ich sicher, dass alle Beteiligten etwas fürs Leben lernen. Anmeldung von Demos, Organisation von Veranstaltungen, Auseinandersetzungen mit Lehrer*innen und der Schulleitung, Position beziehen und vertreten, Mobilisierung und Werbung, Erstellung in Info-Material und Kommunikation – alles selbstständig und selbstwirksam.

    Diese Erfahrung wird bleiben – auch wenn die Bewegung langfristig verschwindet.
    Ich bin skeptisch über den weiteren Verlauf und erreichbare Ergebnisse, aber ich möchte optimistisch sein, denn es gibt keine Alternative.

    Ich hoffe – und freue mich – auf einen „summer of climate action“ auf #hambibleibt und #kohleaustiegjetzt, auf #tempo130 und #autofreiestadt. Mehr #mitdemradzurarbeit und hoffentlich irgendwann endlich der #weltfrieden!
    Die Zeit ist wieder einmal reif und war nie besser. #actNow

    Dieser Artikel erscheint am Tag vor dem globalen Global Climate Strike For Future am 15.03.2019.

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