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  • Geld

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 30.04.2019 in Geld, Klima, Wirtschaft

    Fünf Punkte, wie mit dem kapitalistischen Grundstoff Geld gegen den Klimawandel gearbeitet werden könnte.

    Geld, Bild: Birgit Kohlhaas
    Geld, Bild: Birgit Kohlhaas

    Ernährungswechsel, Plastikreduzierung, E-Mobilität sind öffentlichkeitswirksame Themen wenn es um die Einhaltung der Klimaziele des Pariser Abkommens geht. Ich möchte mit den folgenden Gedanken – am Vortag zum Tag der Arbeit – die Generation #parentsforfuture bzw. #grandparents forfuture ansprechen und den Blick auf das Geld lenken, welches nun einmal im real existierenden Kapitalismus die Grundlage allen wirtschaftlichen Handelns ist. Wenn von Politikern gemeint wird, „der Markt“ würde schon alles regeln, dann müssen wir als Marktteilnehmerïnnen unsere Möglichkeiten zur Beeinflussung des Marktes auch wahrnehmen.

    Entziehe Dein Geld der Finanzindustrie.
    Gib es zu Banken, die ethische Maßstäbe anlegen, die Dein Geld nicht in Rüstungsprojekte oder Raubbau an der Natur investieren. Bring Dein Geld zur GLS-Bank oder zur Ethikbank (es gibt noch weitere Alternativen). Zieh Dein Geld aus dem Aktienmarkt. Wenn ich die Liste der Dax30 anschaue habe ich nicht den Eindruck, dass es sich um Öko-Vorreiter handelt. Steck Dein Geld vielleicht in lokale Genossenschaften. Wirkung statt Rendite!

    Der Aufwand für diesen Punkt hängt vom Umfang Deiner Bankprodukte ab. Ein neues Bankkonto lässt sich gut parallel einrichten und wenn nach drei bis sechs Monaten alle Einzugsermächtigungen und Daueraufträge aktualisiert sind, kann das alte Konto gelöscht werden. Bei Produkten am Geldmarkt ist sicher etas mehr Zeit nötig, aber warum nicht jetzt darüber nachdenken und 2019 den Finanzwechsel beginnen.

    Gib Dein Geld an Energieversorger, die mit regenerativen Energiequellen arbeiten.
    Dieses Thema ist lange bekannt. Die Auswahl an Anbietern ist groß - wie sicher auch die Zahl derer, die bisher immernoch zu Faul waren, einfach zu wechseln. Geht zu echten Öko-Strom-Anbietern und Gasversorgern - nicht zu Mogelpackungen der Konzerne. Bringt euer Geld vielleicht zu lokalen Bürgerwerken (Thüringer Landstrom).

    Hier ist der Aufwand nun wirklich gering. Der neue Anbieter braucht Deine Adresse, die Zählernummer und den Kontakt zum alten Anbieter - der Rest geht automatisch und an der Steckdose oder dem Heizkörper merkst Du nichts. Es gibt also keinen Grund, diesen Punkt nicht sofort anzugehen. Kohleausstieg selber machen!

    Achte auf Dein Geld beim Einkauf.
    Das betrifft nicht nur Lebensmittel sondern alle Bereiche. Orientiere Dich auf regionale Produkte. Denk an kurze Produktions- und Lieferwege. Bestelle möglichst nicht online. Unterstütze lokale Herstellerïnnen und Händlerïnnen. Auch hier wieder ein Gedanke: Bring das Geld nicht zu den Konzernen und Ketten, sondern zu Produzentïnnen und Erzeugerïnnen, wo das Geld bei denen landet, die die Produkte herstellen.

    Hier liegt der Aufwand im stetigen informieren und nachdenken. Überlege ich jedoch, wie viele Tage und Wochen manche Leute über Prospekten und Testberichten sitzen, um ein neues Handy, einen neuen Fernseher, ein neues Auto auszuuchen, so muss dieser Aufwand nur neu justiert werden und wir reden nicht über einen extra Aufwand. Hat man einmal sein Netzwerk aus Anbieterïnnen gefunden und seinen „Warenkorb“ von Produkten, dann sehe ich hier sogar eine Erleichterung. Wir müssen uns davon trennen, immer den neuesten Scheiß von irgendwoher haben zu wollen. Auch weniger zu kaufen und dafür haltbare und reparierbare Produkte erleichert den permanenten Auswahlstress.

    Kompensiere Deinen CO2-Ausstoß.
    Der durchschittliche CO2-Ausstoß in Deutschland liegt deutlisch über 10 Tonnen pro Jahr und Person. atmosfair als eine Plattform zur CO2-Kompensation berechnet eie Tonne mit 23 Euro. 10 Tonnen, 2 Personen entsprächen also 460 Euro an Kosten. Wenn Du diese Summe zum Beispiel in Aufforstungsprojekte investierst, ist das eine Investition in die Zukunft, denn son ein Wald braucht ja auch einige Zeit zum Wachsen, um die entsprechende Wirkung dann zu entfalten. Parallel wird ja auch immer weiter großflächig Regenwald zerstört.

    Der Aufwand ist hier überschaubar. Kompensationsplattform wählen oder Projekt (z.b. plant for the planet) und Geld überweisen. Zum Hintergrund empfehle ich die Podcast-Folge „Klimaneutralität“ aus dem Podcast „Forschergeist“ mit Franz Josef Radermacher.

    Bisher ging es ums Geld ausgeben. Als Freiberufler und Selbstständiger habe ich aber auch Kontrolle und eine Verantwortung auf der Seite des Geld einnehmens.

    Achte darauf, von wem Du Geld annimmst.
    Ich kann meine Auftraggeber danach aussuchen, in welchen Branchen sie arbeiten und womit diese ihr Geld verdienen. Würde ich einen Geschäftsbericht für RWE setzen – eher nicht. Eine Website für einen Landwirtschaftsbetrieb mit Massentierhaltung – wohl kaum. Wahlplakate für Nazis - Nein. Sicher, wenn ich es nicht mache, macht es jemand anders. Aber vielleicht setzt sich diese Haltung durch.

    Hier geht es weniger um Aufwand als um Haltung. Man kann Auftraggeber informieren und beraten, Drucksachen klimaneutral herstellen lassen (auch hier wieder Kompensation), Drucksachen papiersparend und ohne Zusatzlack und auf Recyclingpapier produzieren und so weiter.

    In gewisser Weite kann ich C. Lindner dankbar für das Hashtag #MondaysForEconomy (Link zu Twitter). Ja, wir müssen über Geld reden - und wenn alle sich Montags eine halbe Stunde Zeit nehmen um an den genannten Punkten zu arbeiten und den Markt ändern, dann wird sich auch etwas ändern. 

    P.S. Ich habe bewusst keine Anbieter verlinkt. Diese können einfach per Suchmaschine gefunden werden. Die Beispiellisten sind sowieso unvollständig. Eure Alternativvorschläge gerne in die Kommentare.

    P.P.S. Ich schließe mich absolut in o.g. Forderungen mit ein. Sie sind vielmehr sogar eine Zielstellung für eigenes Handeln.

    P.P.P.S. Auch hier gilt wieder: Das sind individuelle Maßnahmen so wie Stom sparen, nicht fliegen etc. Die sind wichtig aber wirklich wichtig ist, dass die Politik im Großen umsteuert. Deshalb weiter auf die Straße. Unterstützt #FridaysForFuture. Zeichnet Petitionen. #ActNow.

  • Unnötige Geschenke

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 11.01.2013 in Geld

    Meine (fast-Ex)-Bank gratuliert mir zum Geburtstag mit einem Blumenstrauß. Muss das sein? Ich will das nicht.

    Blumengruß so groß wie ein Umzugskarton, Bild: Martin Kohlhaas + 1 Bild
    Blumengruß so groß wie ein Umzugskarton, Bild: Martin Kohlhaas

    Der Postmann klingelte heute Morgen bei frostigen Temperaturen mit einem riesigen Paket (Assoziation Umzugskarton). Verwunderung auf unserer Seite – wir haben doch gar nichts bestellt. Die Lösung gab es auf beiliegender Karte. Achtzehn Tage vor dem Termin erreichte mich ein Blumengruß der Deutschen Bank.

    img 1

    Spontan kann ich mich darüber nur aufregen:

    1. Der Strauß ist hässlich (Warum setze ich mich solchen Geschmacksfragen aus, wo doch klar sein sollte, dass in den meisten Fällen die Farbe nicht die richtige ist oder die Blumensorte oder, oder)
    2. Blumen – mitten im Winter? Wo kommen die her? Die müssen transportiert werden (mehrfach), die gehen bei den Temperaturen ein, ich will die nicht.
    3. Was will ich von (m)einer Bank? Dass sie mein Geld verwaltet und das ordentlich. Und da war ich mit der Deutschen Bank gar nicht mehr glücklich (Spekulation mit Nahrungsmitteln, Hungerprofite, Immobilien USA, etc.) Meine Bank heißt jetzt Ethikbank bis auf ein paar Restposten, die kurzfristig nicht einfach los zu kriegen sind.

    Jetzt habe ich den Kram am Hals, muss die Pappe zum Container bringen und den Strauß irgendwo unauffällig unterbringen (die Blumen können ja nix dafür).

    Meinetwegen schickt eine Karte aber nehmt das Geld für solche Späße für die Reduktion der Kontoführungsgebühren, steckt es in das Personal oder spendet es für Brot für die Welt – aber schickt mir keine Blumenkartons mehr.

    img 2

    (Vierzig soll ja echt kein einfaches Alter sein, aber der Blumenstrauß sieht verdammt echt nach Grabschmuck aus)

  • Bargeld in die Cloud

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 11.06.2011 in Berufliches, Geld, Internet · 15 Kommentare

    Ich glaube, über kurz oder lang wird der Staat das Bargeld abschaffen. Dem Bürger wird das als großer Fortschritt verkauft werden. Gemeinsam mit der Industrie werden große Kampagnen für One-click-Bestellungen oder Bezahlen per Smartphone dafür sorgen, dass das von allen als neue Segnung empfunden wird, als große Erleichterung des Alltags. Schließlich werden wir seit Jahren darauf konditioniert, alle Daten mehr und mehr in die Clouds zu legen. Dies auch mit dem Geld zu tun, ist dann nur konsequent.

    „Es war schwierig im Sprawl legale Geschäfte mit Bargeld abzuwickeln; in Japan war es bereits verboten.“
    William Gibson, Neuromancer
    „Er hatte sein Bargeld, aber damit konnte man kein Essen kaufen. Es war zwar nicht gerade illegal, sowas zu besitzen, aber es wickelte einfach niemand legale Geschäfte damit ab.“
    William Gibson: Count Zero

    Aber warum? Ich denke, die Wirtschaftskrise (Griechenland, Portugal, Spanien) zeigt deutlich, dass die Staaten kein Geld mehr haben. Andererseits gehen durch Bargeldgeschäfte große Summen unkontrolliert durch die Hände (Handwerker, Haushaltshilfen, Kosmetikstudios, Gastronomie, etc.). Diese Kontrolle will der Staat wieder haben. Also muss alles Geld über Konten gehen, damit dieses auch versteuert werden kann.

    Bargeldzahler sind dann per se subversive Objekte, so wie Leute, die ihre E-Mails verschlüsseln das ja nur tun, weil sie etwas zu verbergen haben.

    Eine andere Begründung wird vielleicht der Kampf gegen den Terrorismus sein, denn nur Geld, was auf Konten liegt und per Überweisung den Besitzer wechselt, lässt sich nachverfolgen.

    Als einzige Möglichkeit des Kontrollentzugs bleibt dann der Tauschhandel: Bezahlung in Naturalien. Website-Aktualisierung gegen eine Packung Eier, ein Logo gegen eine Kiste Wein, usw.

  • App-Statistik

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 01.07.2010 in Geld, Status

    Wo kommen die ganzen Apps her? Wo geht das ganze Geld hin?

    iPods haben wir schon eine ganze Weile. Es ging los mit einem iPod Shuffle der ersten Generation (der weiße zum Umhängen), dann kam ein grüner Nano (2. Generation) und dann schon der iPod Touch (2. Generation). Den aktuellen Höhepunkt bildet natürlich das iPad (1. Generation). Bis zum Touch haben wir fast nichts über iTunes geladen/gekauft. Ein paar CDs waren es (Blumentopf, Client) aber es gab ja auch keine Apps für diese Geräte.

    Seit dem Touch quillt allerdings die Mailbox von iTunes-Quittungen über und ständig fordern mich die Jungs auf, das Passwort für einen neuen Download einzutippen. Das brachte mich heute nach dem Ende des ersten Halbjahres dazu, mal alle Quittungen durchzugehen und die Apps nach Preis aufzuschlüsseln.

    Die App-Statistik (01.01.2010 bis 30.06.2010):

     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Zahlenwerte beim drüberfahren

    In der Gesamtsumme haben wir 69,97 Euro ausgegeben. Die geschäftlichen Apps halten sich dabei sehr im Hintergrund (iFiles, Goodreader, (Wired)). Das macht also insgesamt 69 Apps mit einem Durchschnittspreis von zirka einem Euro.

    Das ist schon erstaunlich und ich hätte aus dem Gefühl heraus nicht gedacht, dass da so viel zusammen kommt. Die meisten der Apps wurden direkt über das Gerät gekauft - also nicht über das iTunes auf dem Mac. Es ist also die Einfachheit der Kaufaktion, die Schnelligkeit der Verfügbarkeit, die auch mal zu einem Spontankauf verleitet - schließlich geht es ja um "Taschengeldbeträge". Ich würde das also mal mit einem Kiosk vergleichen, wo man mal zwischendurch ein Eis oder Kaugummis kauft. 

    Diese Einfachheit fehlt vielen eCommerce-Platformen im "klassischen" Web. Da können wir lernen.

    (Im Vergleich dazu haben wir übrigens im gleichen Zeitraum mindestens 93,92 Euro* für Musik auf klassischen Tonträgern wie CD und LP ausgegeben.)

    * nur ein Internet-Versandhandel ausgewertet, ohne Kauf im Laden und weitere Online-Anbieter

  • Hessnatur c/o Arcandor

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 10.06.2009 in Gefunden, Geld

    Das hessnatur-Blog nimmt Stellung zur Arcandor-Insolvenz. So erfährt man dann als Kunde von den geschäftlichen Zusammenhängern und wer wessen Tocherfirmen sind. Letztendlich gehört dann alles zu unilever…

  • Ökologische Geldanlagen

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 22.11.2007 in Gefunden, Geld

    waren heute das Thema im Verbrauchertipp des Deutschlandradions: hören, lesen

  • Regionales Wirtschaften

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 18.03.2007 in Gefunden, Geld

    In telepolis.de habe ich einen sehr schönen unaufgeregt sachlichen Artikel über die Ursachen des Klimawandels, und Möglichkeiten für Auswege gelesen. Darin geht der Autor auf regionale Wirtschfträume und Regionalwährungen ein - ein Thema, was auch in brandeins bereits mehrfach Thema war (hier und hier)

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