Kunst und Motivaton

Fundstücke, die in ein Schulthema münden

Thomas Suarez: App-Entwickler aus der sechsten Klasse. (siehe Video)

Guardian: A modern economy has to be based on creativity rather than relying on generic manufacturing

Papierstadt.de: Pop-Up-Skulpturen von Peter Dahmen

Dieser Link ist für Kunstlehrer, die sich beschweren, dass abstrakte Arbeiten „nicht schön“ sind, und die Mädchen mit Pop-Up-Szenen aus Romeo und Julia (Balkon) gegenüber Jungs mit abstrakten Pop-Ups bevorzugen anstatt Letztere zu ermutigen bzw. herauszufordern, alles aus einem abstrakten Raumobjekt herauszuholen. Als ob die Kunstgeschichte nur aus Gegenständlichem bestanden hat. Wenn ich solche Berichte aus der Schule höre, dann kriege ich jedes Mal sooooooo einen Hals. Sollen sich die Lehrer doch mal an Google setzen und Beispiele für Pop-Ups raussuchen. Es geht doch nicht um Faulheit (siehe Video von Thomas Suarez oben), sondern darum, das individuelle Interesse anzusprechen/anzuregen. Und wenn Kunstlehrer (übrigens läuft das seit dem Kindergarten so) immer die Arbeiten bevorzugen wo besonders ›schön‹ ausgemalt wurde, oder besonders ›nett‹ gezeichnet wurde (Wiese, Haus, Sonne, lachend), usw. dann deckt sich das in den meisten Fällen nicht mit ›Jungsthemen‹. Die Welt ist da durch Bauklötzer, Legosteine, Minecraft (bauen und einreißen) eben viel abstrakter, aber auch viel stärker durch räumliche Konstellationen geprägt (Pop-Ups sind da gar kein schlechtes Thema, aber eben keine ›Plüschmotive‹). Exakte Klebearbeiten, Collagen - also Fleißarbeit - das ist doch nicht das Richtige - (Pollock vielleicht eher :). Ich kapiere nicht, warum sich da seit meinem eigenen Kunstunterricht immer noch nichts geändert hat. Und wo ich gerade dabei bin: Auch der Artikel des Guardian haut in eine ähnliche Kerbe: Wir brauchen Kreativität, im Sinne des Kreierens, des Schaffens, des Gestalten wollens, nicht diese Auswendiglern- und Abschreibekultur, die unseren Kindern beigebracht wird (Stichwort Bulimielernen). Damit lernen die nicht, selbst zu denken, sondern das zu machen, was dem Lehrer gefällt, weil das die guten Noten bringt.

Grundeinkommen - Der Film (etwas neben diesem Thema)

veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 15.11.2011

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