Familie

Es ist mal wieder kompliziert.

Zur Zeit geht es um Beteiligung. Konkret, um die Beteiligung der Jungs am Familienleben. Nicht dem Familienleben, was Spaß macht, also zusammen essen, Filme gucken, Tischtennis spielen, solche Sachen eben. Nein, es geht um die Beteiligung an dem, was diese spaßigen Sachen erst ermöglicht – die doofen Sachen: einkaufen, kochen, abwaschen, Frühstücksbrote schmieren, Rasen mähen, Wäsche waschen, Wäsche aufhängen, Wäsche abnehmen – ihr versteht, was ich meine: Hausarbeit.

Die kriegen alles gemacht. Bringen ab und zu mal die leeren Flaschen runter und gehen auf Anfrage mit einkaufen. Aber machen nichts von selbst.

Beim Computerspielen werden echte Energien freigesetzt, da wird echt Aufwand getrieben. Weiterbildung (YouTube), Training, Wettkämpfe und so weiter. Seit der Lektüre von Jane McGonigal weiß ich, dass die Belohnungssysteme in Computerspielen gut funktionieren, transparent sind und berechenbar und deshalb auch einen Teil des Reizes der Spiele ausmachen.

Welche Belohnung Möglichkeiten habe aber ich. Das Konzept Taschengeld hat bei uns nie so richtig gezündet. Die Jungs haben ja alles. Klamotten zahlen wir bei Bedarf, Geld für mal ein Eis zwischendurch bekommt jeder ebenfalls nach Bedarf und für größere Anschaffungen (mal eine neue Pro-Gamer-Maus) gibt es das Geburtstags-/Weihnachts-/Oster-/etc-Geld von Omas, Opas und so weiter. Also eine schlechte Stellschraube.

Lob? Interessiert es wirklich jemanden dafür gelobt zu werden, dass man den Müll runtergebracht hat? Zumal wir die Jungs ja grundsätzlich trotzdem lieb haben auch wenn sie es nicht tun. Also auch wertlos und nicht zu vergleichen mit einem Diamant-Status bei LOL (wenn es sowas gibt).

Muss es aber für diese ganz normalen Hausarbeiten wirklich Belohnung geben? Ist das nicht etwas, was einfach gemacht werden muss, wie Duschen oder Zähneputzen? Auch da erwartet man kein Lob dafür und es muss gemacht werden egal ob man Bock drauf hat oder nicht.

Das heißt also letztendlich: Haushaltsplan schreiben und verdonnern? Da gibts doch bestimmt tolle WG-Organisations-Apps, wo die einzelnen Aufgaben tournusmässig verteilt werden können – das könnte den spielerischen Aspekt bringen und bringt die Erinnerungen auf die Geräte, die die Jungs sowieso ständig in der Hand haben.
Vorerst ratlos.

veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 22.05.2014

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