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  • Bargeld in die Cloud

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 11.06.2011 in Berufliches, Geld, Internet · 15 Kommentare

    Ich glaube, über kurz oder lang wird der Staat das Bargeld abschaffen. Dem Bürger wird das als großer Fortschritt verkauft werden. Gemeinsam mit der Industrie werden große Kampagnen für One-click-Bestellungen oder Bezahlen per Smartphone dafür sorgen, dass das von allen als neue Segnung empfunden wird, als große Erleichterung des Alltags. Schließlich werden wir seit Jahren darauf konditioniert, alle Daten mehr und mehr in die Clouds zu legen. Dies auch mit dem Geld zu tun, ist dann nur konsequent.

    „Es war schwierig im Sprawl legale Geschäfte mit Bargeld abzuwickeln; in Japan war es bereits verboten.“
    William Gibson, Neuromancer
    „Er hatte sein Bargeld, aber damit konnte man kein Essen kaufen. Es war zwar nicht gerade illegal, sowas zu besitzen, aber es wickelte einfach niemand legale Geschäfte damit ab.“
    William Gibson: Count Zero

    Aber warum? Ich denke, die Wirtschaftskrise (Griechenland, Portugal, Spanien) zeigt deutlich, dass die Staaten kein Geld mehr haben. Andererseits gehen durch Bargeldgeschäfte große Summen unkontrolliert durch die Hände (Handwerker, Haushaltshilfen, Kosmetikstudios, Gastronomie, etc.). Diese Kontrolle will der Staat wieder haben. Also muss alles Geld über Konten gehen, damit dieses auch versteuert werden kann.

    Bargeldzahler sind dann per se subversive Objekte, so wie Leute, die ihre E-Mails verschlüsseln das ja nur tun, weil sie etwas zu verbergen haben.

    Eine andere Begründung wird vielleicht der Kampf gegen den Terrorismus sein, denn nur Geld, was auf Konten liegt und per Überweisung den Besitzer wechselt, lässt sich nachverfolgen.

    Als einzige Möglichkeit des Kontrollentzugs bleibt dann der Tauschhandel: Bezahlung in Naturalien. Website-Aktualisierung gegen eine Packung Eier, ein Logo gegen eine Kiste Wein, usw.

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