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  • Träumen darf man ja noch

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 28.01.2014 in Musik

    Freundeskreis: „Nebelschwadenbilder“ – Esperanto (1999)

    Stell Dir vor es gibt kein Asyl weil kein Grund zu flieh’n
    Du siehst CNN und sie berichten Mumia's free
    Hast kein Stress mit den Bullen weil Du Dein’ Buddah liebst
    Und in Yugo ist SchlussŸ mit dem Bruderkrieg.

    Stell dir vor, Du kannst deutsch und trotzdem Türke sein
    Die Gleichstellung der Frau’n gibt’s in Wirklichkeit.
    Die Bahn fährt immer und umsomst Du brauchst kein Führerschein,
    Hast’n Job der dich erfüllt und noch genügend Zeit.

    Stell dir vor AKW’s wären lahmgelegt
    Bist an der Adria, siehst Fische wenn du baden gehst.
    Die alten Herrn im Bundestag wären abgesägt
    Die Menschen verbrüdern sich und Esperanto lebt.

    Stell dir vor der Papst wird schwanger und treibt ab
    Du gibst ein Interview und sie schreiben was was du sagst
    Du sagst den Leuten was du denkst sie sind nicht eingeschnappt
    Bayern steigt ab und Kickers holt die Meisterschaft.

    Stell dir vor im Plattenbiz gings nicht um Profit
    In den Charts ist wenig Plastik dafür viel Musik
    Nur der coolste Rapsound beschallt die Republik
    Kids kaufen Alben auf Vinyl statt auf Compact Disc.

    Max Herre: „So lang“ – Hallo Welt (2013)

    Wir leben in 'ner Dystopie
    Wir alle woll’n hier raus, wenn wir nur wüssten, wie.
    Irren durchs Labyrinth, sagt, wo geht es hin?
    Es fühlt sich an wie 84 im Orwellschen Sinn.

    Und es führt kein Weg zurück in die Zukunft
    Dazu fehlt ’ne Dimension, Perspektive ohne Fluchtpunkt.
    Wir sind gefangen in ’ner Endlosschleife
    In Debatten die sich endlos gleichen.

    Und wir funktionieren bis wir uns verlieren
    Und meinen wir kompensieren das wenn wir konsumieren
    Jeder für sich, anonyme Workoholiker
    Liebe auf Viagra und fürs Fieber Antibiotika

    Alle ratlos, alles drahtlos
    Alles uniform, Identitäten mit ’nem Barcode
    Augen zu und durch, Leben ist’n Drahtseilakt
    Bis der liebe Gott das Drahtseil kappt

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