Zeit lesen

klassisch vs. digital

Zeit lesen: klassisch vs. digital | Fotos: A. Kohlhaas + 3 Bilder
Zeit lesen: klassisch vs. digital | Fotos: A. Kohlhaas

Seit mich die Information erreichte, dass für Abonnenten der gedruckten Zeit die ZEIT ONLINE plus App kostenlos ist (bzw. die Registrierung für die darin bestellbaren Ausgaben – die App an sich ist ja sowieso gratis), habe ich dies gleich genutzt, um mir dieses neue Leseerlebnis selbst anzutun (Fremdrezension z.B. bei FontBlog). Hier nun erste Gedanken.

Zeit klassisch

Zum Lesen brauche ich einen Tisch und Licht. Idealerweise also den großen Esstisch, Ruhe und – abends – das große Licht an. Dann geht es von hinten (Zeit der Leser) nach vorne durch die Ausgabe. Einmal komplett durchblättern, Bilder durchschauen, Werbung ansehen (Einleger aussortieren), kurzer Halt bei der Grafik, schonmal Buch- und Musiktipp checken bis zur Seite 1. Da ist dann gefühlt eine halbe Stunde rum und ich weiß, was ich alles in der nächsten Woche lesen würde aber sowieso nicht dazu komme.

Zeit digital

Hierfür eignet sich fast jeder Ort (Couch, Lesesessel, Bett, WC), Beleuchtung spielt keine Rolle – ist ja selbstleuchtend. Also erstmal die aktuelle Ausgabe anklicken (links oben) und durch das endlose Inhaltsverzeichnis auf der Suche nach interessanten Überschriften scrollen. Das stöbernde Blättern passt hier nicht. Eher, wie im Web geht es hier knallhart nach Stichworten, die mich vielleicht in Ihren Bann ziehen. Dann Artikel anklicken und im Textmodus lesen. Das geht prima und macht mir mehr Spaß als auf dem Papier. Ich kann mir die Schrift ordentlich groß einstellen (halte das iPad übriges im Querformat) so dass ich angenehm kurze Zeilen habe.  Die Konzentration auf den Text finde ich sehr angenehm. Ablenkungen wie Bilder, etc. gibt es nicht. Leider auch nicht die Möglichkeit, mir etwas zu kopieren (Buchtipp/Musiktipp) oder mit den Artikel zu mailen. (oder hab ich im Interface was verpasst?) 

Zeit mix

Ideal finde ich nunmehr also den Zeit-Mix. Erst in Ruhe die Papierausgabe "erleben" und dann gezielt einzelne Artikel die Woche über lesen und zwar immer dann, wann es mir gerade passt, da ich sie immer bei mir habe. Alternativ habe ich die Artikel auch in der Online-Ausgabe gelesen. Geht auch - aber hier gibt es wieder zu viel Ablenkung, Banner, Links, etc. da bringt mir die App mehr Ruhe und Leseerlebnis.

Am Rande: Gerade in der Zeit der Leser brauche ich auch auf dem iPad die Originalansicht (schließlich interessiert mich ja das vorher/nachher Bild). Die nackte Zahl, war mit im Textartikel etwas zu nackt. Die Originalansicht brachte dann die Auflösung. Der Test „Wie politisch bin ich noch?“ hätte übrigens in der App auch interaktiv sein können - das wäre ein schönes Gimmick gewesen. Ich hab nicht geschaut, vielleicht gibt es den Test ja Online in ausfüllbar (dann wären direkte Verlinkungen aus der App angebracht)  

Fazit

Beides zu haben, ist wohl das Beste. "Zeit-App" ohne "Zeit-Papier" wird mir wohl nicht so richtig Spaß machen. In der Druckausgabe habe ich nach einer Woche ein gutes Gefühl, wie viel ich gelesen habe und was ich verpasst habe. Ich bin gespannt, wie sich dieses Gefühl in der App darstellt. In der Bedienung nerven einige Sachen richtig. (z.B. Inhaltsverzeichnis auf/zuklappen ist nicht konsistent durchgehalten) aber da könnte es ja sein, dass sich mit den nächsten Updates Schritt für Schritt etwas ändert.

veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 23.09.2010

Feedback

  • Kommentar 1 von Martin (29.09.2010, 10:25)

    Das Zeit-Quiz „Wie politisch bin ich noch?“ gibt es jetzt auch online zum anklicken: www.zeit.de [extern]

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