google+ hat mich

Mein Blog wird verwaisen …

Ich habe mich dem Datenkraken an den Hals geworfen. Ich habe einen Account bei google+ – und es macht Spaß. So viel hat sich schon wieder in den letzten zwei Wochen geändert und wieder verstehe ich einige Kommentare noch besser (z.B. Wired: »The Web Is Dead. Long Live the Internet«)

Es begann mit dem Feedreader, den ich vom Mailprogramm auf die Reeder App (basierend auf einem Google Reader Konto) umgestellt habe. Und schon war ich seit 2 Wochen zwar ständig auf allen meinen Lieblingsseiten (es kamen sogar noch welche dazu) aber eben nicht mehr via Browser, sondern nur noch artikelbezogen im Reeder. Meine morgendliche Runde durch Spiegel Online, SZ, NZZ, heise, Fontblog, Designtagebuch, und so weiter änderte sich von Bunt zu Schwarz/Weiß. Plötzlich bekam ich die gleich Menge Inhalt in viel kürzerer Zeit bewältigt und konnte noch neue Sachen aufnehmen (endlich auch mehr Durchblick bei den Kommentaren). Dafür weniger Bildstrecken und viel mehr Selektion, denn wass per Titel und Teeaser nicht spannend ist wird gar nicht erst weitergelesen. Auch interessant der Umgang der verschiedenen Anbieter mit der Menge, der im Feed geposteten Inhalte, von der reinen Überschrift (heise) bis hin zum vollständigen Artikel (t3n) – letzteres eindeutig besser. Reeder läuft sowohl auf dem Desktop wie auch auf dem iPad. Es gibt also kein Suchen mehr, wo ich zuletzt aufgehört habe zu lesen. Alles ist snychron. Wunderbare Welt. Nichts Neues, ich weiß.

Und jetzt eben Google+. Und schon entfallen die Fundstücke der Woche, denn spannende Seiten werden jetzt geplusst und landen damit automatisch mehr oder weniger direkt in meinem Stream. Und natürlich verlagert sich sofort ein Teil Inhalte und der Aufmerksamkeit weg vom eigenen Server hin zur ›Cloud‹. Und da sind wir eben wieder beim Weg des geringsten Widerstands. Es ist eben alles so einfach, und es sind ja auch alle da. Letztendlich ist die Trennung die: Mein Blog bleibt mein Langzeitgedächtnis. Hier kommt das rein, was Bedeutung hat. Die ›sozialen Netzwerke‹ sind Kurzzeitphänomene. Eben, wie Telefonate oder Küchengespräche. Eben gehabt, schon wieder um die Ecke und die hebe ich ja auch nicht auf (es sei denn der Staat regelt das via Vorratsdatenspeicherung für mich). Man sollte davon ausgehen, dass alles, was man auf g+, facebook, etc. postet quasi schon im Papierkorb liegt und eigentlich weg ist (heise: »Blitz stört Amazons und Microsofts Cloud in Irland«). Oder hat jemand schon gesehen, wo ich in den Netzwerken eine Datensicherung machen kann? Und damit meine ich, alle Daten auf ›meine‹ Festplatten zu kopieren. Diese Flüchtigkeit auf der einen Seite und die andere Seite, das eben die Daten oft doch für zu lange Zeit erhalten bleiben, die machen dann eben ein Problem. Vom Küchengespräch bleiben im besten Fall ein paar gute Gedanken im Gedächtnis, aber die Ausrutscher, Fettnäpfchen und Peinlichkeiten sind irgendwann vergessen.

Nun denn, ich stürze mich dann mal für eine Weile auf den neuen Spielplatz und komme vor lauter circles und plusses auch mal wieder in Ruhe hierher zurück, um das Erlebte zu kommentieren. 

veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 12.08.2011

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