Alles Bio oder was?

Ganz frisch versuche ich mich mal an einer ersten Zusammenfassung des heutigen Vortrags im Bioladen zur Bio-Kennzeichnung.

Zunächst die Fakten: Es war mäßig voll, die meisten Zuhörer waren Insider, es gab eine Menge Sach- und Hintergrundinformationen, aufgrund der übersichtlichen Teilnehmerzahl konnte viel gefragt und diskutiert werden.

Nun die Inhalte: Für mich als Verbraucher bleibt es auch nach dem Vortrag unübersichtlich. Es wird sogar komplizierter. Grob klassifiziert gibt es konventionelle Produkte (die großen Unbekannten, weil nicht gekennzeichnet oder kontrolliert, etc.), dann gibt es die "normalen" Bio-Produkte mit dem Bio-Label nach EU-Verordnung (diese Produkte erfüllen die Mindeststandards) und dann gibt es die "Premium-Bio"-Produkte von Anbauverbänden wie Demeter, Bioland, etc. die über die Bio-Mindeststandards hinaus weitere eigene Vorgaben erstellen und erfüllen. Die Gruppen 2 und 3 sind beide ordentliche Bio-Produkte. Zwischen den Anhängern der beiden Fraktionen gibt es jedoch erhebliche philosophische Diskussionen. Ich willl nach nicht in Einzelheiten gehen. Generelles Problem ist jedoch, dass der erhöhte Bedarf an Bioprodukten im Moment zu einer Verknappung der Premium-Bio-Produkte führt, Discounter verkaufen im wesentlichen Produkte aus Gruppe 2, immer häufiger auch aus Ländern außerhalb der EU. In diesem Falll hat man wieder das regional-vs.-Bio-Problem. Spannend ist hier für mich insbesondere die Frage, wie das in Zukunft weiter geht, wenn sich dieses Problem noch verstärken wird.

Die Konsequenzen Ich sehe da die folgenden Schlussfolgerungen (eventuell in der Wichtung von gut nach super-gut)

  • generell auf Bio-Produkte umstelllen, egal welcher Gruppe
  • Produkte bevorzugen die möglichst wenig verarbeitet sind, am Besten die Rohprodukte (beim Rohprodukt z.B. Apfel, Ei ist die Herkunft leichter festzustellen, als die Herkunft des Apfelbestandteils im Joghurt) - daraus dann selbst die Sachen herrstellen (Backen, Joghurt, etc.)
  • auf Produkte verzichten, die regional nicht vorkommen (z.B. Bananen) oder die jahreszeitlich nicht angebracht sind (z.B. Erdbeeren im Winter).

Ich finde, man sieht an so einer Liste ganz gut, dass sich aus so einer Liste eine gute Gesamtschau ergibt und dass z.B. sinnvolles ernergetisches Wirtschaften (persönliche CO2-Bilanz) und gesunde Ernährung gut in Zusammenhang zu bringen sind.

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veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 21.03.2007

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