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  • Fundstücke

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 01.07.2011 in Berufliches, Datenjournalismus, Internet, VR, Wirtschaft · 4 Kommentare

    vom 25. Juni bis 1. Juli mit Links zu Online-Journalismus, 3D im Web, Dirk Baecker, Wirtschaftskrise, Datenjournalismus

    Zum Thema 3D im Browser/VR

    Fortsetzung Dirk Baecker

    Zum Thema Wirtschaftskrise

    Datenjournalismus

    Vorschau: Ich mache mir Gedanken über eine alternative Darstellung von Blog-Inhalten bzw. vielmehr von Datenstrukturen für Blogs. Dazu wird – wie es die Zeit erlaubt – das atelier, virtual demnächst eine alternative Startseite bekommen. http://www.atelier-virtual.de/linkview/

  • Fundstücke

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 24.06.2011 in Berufliches, Energie, Internet, Selbstversorgung, Technik · 1 Kommentar

    vom 18.-24. Juni 2011 mit Links zu Tesla, autarke Stromerzeugung, Norbert Bolz, Cyberwar

    Lagerfeuergespräche führten am letzten Wochenende zum Thema Tesla und natürliche Energie. Dazu drei Ergebnisse einer Schnellsuche:

    Im Zusammenhang mit Überlegungen zur autarken Stromversorgung war ich auf der Suche nach Beleuchtungsmöglichkeiten mit Gleichstrom (wenn man z.B. an einer solargefütterten Batterie hängt)

    Via twitter: zum Thema Datenvisualisierungen - aktuelle Trends und Verfahren

    Zum Thema Norbert Bolz – vor allem auch die Literaturliste (Anne-Will-Auftritte u.a. gibts auch bei YouTube)

    Zum Thema dropbox-Sicherheit:

    Zum Thema Zukunft, Cyberwar, Hacktivism:

    • http://www.heise.de/newsticker/meldung/...
      »Anonymous hat am Wochenende seinen Plan für die nächsten zwölf Monate in Form eines Videos veröffentlicht. Dabei geht es vage darum, die Menschen in drei Phasen aus der ›Sklaverei‹ zu befreien, indem sie sich durch die Verbreitung von und die Suche nach Wissen und durch geeignete Werkzeuge selbst entfalten. Sie sollten lieber in Edelmetalle als in die Produkte der Finanzwirtschaft investieren und ihren grünen Daumen entdecken.«

    Zum Thema Medien:

    Zum Thema Wahrnehmungsverengung (Suchmaschinen, Filter, Werbung, Personalisierung):

    Zum Thema Internet, „Internetszene“, digitale Gesellschaft die Kolumne von Sascha Lobo in Spiegel Online:

  • Fundstücke

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 17.06.2011 in Berufliches, Internet, Systemtheorie

    vom 13.-17. Juni 2011 mit Links zu Internetkommunikation, Thesen zur nächsten Gesellschaft

    Mit dieser Meldung eröffne ich eine neue Rubrik. Immer wieder (insbesondere über twitter) komme ich ganz unverhofft zu Artikeln, die mich sehr an- oder aufregen. Meist fühle ich mich nicht berufen, mich dazu ausführlich zu äußern, denke aber, dass vielleicht mein einer Leser sich auch für diese Artikel interessieren könnte. Ich werde solche Fundstücke also jetzt immer über die Woche sammeln, und wenn was zusammen gekommen ist, diese dann kompakt als Linkliste veröffentlichen.

  • Bargeld in die Cloud

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 11.06.2011 in Berufliches, Geld, Internet · 15 Kommentare

    Ich glaube, über kurz oder lang wird der Staat das Bargeld abschaffen. Dem Bürger wird das als großer Fortschritt verkauft werden. Gemeinsam mit der Industrie werden große Kampagnen für One-click-Bestellungen oder Bezahlen per Smartphone dafür sorgen, dass das von allen als neue Segnung empfunden wird, als große Erleichterung des Alltags. Schließlich werden wir seit Jahren darauf konditioniert, alle Daten mehr und mehr in die Clouds zu legen. Dies auch mit dem Geld zu tun, ist dann nur konsequent.

    „Es war schwierig im Sprawl legale Geschäfte mit Bargeld abzuwickeln; in Japan war es bereits verboten.“
    William Gibson, Neuromancer
    „Er hatte sein Bargeld, aber damit konnte man kein Essen kaufen. Es war zwar nicht gerade illegal, sowas zu besitzen, aber es wickelte einfach niemand legale Geschäfte damit ab.“
    William Gibson: Count Zero

    Aber warum? Ich denke, die Wirtschaftskrise (Griechenland, Portugal, Spanien) zeigt deutlich, dass die Staaten kein Geld mehr haben. Andererseits gehen durch Bargeldgeschäfte große Summen unkontrolliert durch die Hände (Handwerker, Haushaltshilfen, Kosmetikstudios, Gastronomie, etc.). Diese Kontrolle will der Staat wieder haben. Also muss alles Geld über Konten gehen, damit dieses auch versteuert werden kann.

    Bargeldzahler sind dann per se subversive Objekte, so wie Leute, die ihre E-Mails verschlüsseln das ja nur tun, weil sie etwas zu verbergen haben.

    Eine andere Begründung wird vielleicht der Kampf gegen den Terrorismus sein, denn nur Geld, was auf Konten liegt und per Überweisung den Besitzer wechselt, lässt sich nachverfolgen.

    Als einzige Möglichkeit des Kontrollentzugs bleibt dann der Tauschhandel: Bezahlung in Naturalien. Website-Aktualisierung gegen eine Packung Eier, ein Logo gegen eine Kiste Wein, usw.

  • Interface-Kuddelmuddel

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 07.01.2011 in Berufliches, Büro, Gefunden, Internet, Technik · 2 Kommentare

    Der AppStore bringt das Interface-Durcheinander jetzt auch auf den Desktop. Beim iPad ist es ja schon aufgefallen - jede App macht ihre eigenen Interface-Regeln. Dort kann man es noch abtun als Spielwiese und dass das iPad sowieso nicht zum Arbeiten sondern nur zum Spielen gedacht ist. Aber jetzt kommt der AppStore auch auf den Schreibtisch und damit offenbar auch das neue Interface-Durcheinander.

    iTunes Programmfenster + 4 Bilder
    iTunes Programmfenster

    Anbei zwei Beispiele von momentanen Dauerbrennern in meiner Programmliste: „Twitter für Mac“ und „Wunderlist“. Die beiden gehen ins Rennen gegen das Apple-hauseigene iTunes, welches ich mal als Interface-Maßstab nehmen will.

    Auf den ersten Blick wird schon klar, dass die drei Programme jeweils eigene Wege gehen. Jedes für sich genommen ist sicher nicht schlecht, aber in der Kombination nervt es einfach, ständig überlegen zu müssen, wo die Funktionen versteckt sind. Immerhin haben zwei von drei Programmen das Suchfeld oben rechts.

    Ausgangspunkt dieses Beitrags war aber meine Entdeckung, dass sich Twitter jetzt auch mit einem Icon oben in der Menüleiste breit macht. Beim Aufklappen sehe ich dann, dass ein neuer Tweet in er Menüleiste mit Befehl+A (üblicherweise „alles auswählen“) im Programmfenster aber mit Befehl+N („Neu“) geschrieben werden kann. Da wird es unlogisch, oder?

    Ich will das nicht so in die Länge ziehen, aber mir ist noch ganz klar, ob ich mich freuen soll, dass neue Interface-Ideen ausprobiert werden (von der Twitter-App auf dem iPad bin ich ja einigermaßen begeistert gewesen) oder mich ärgern soll, dass meine bisher relativ konsistente Interface-Landschaft auf dem Mac jetzt so durcheinander gebracht wird.

    Noch hat das ja nicht auf die Produktionsprogramme übergegriffen, aber ich mache mir da durchaus Sorgen, dass z.B. Adobe auf die Idee kommt und die nächste Creative Suite im AppLook daher kommt. Spielwiese ist gut und muss sein, aber ein konsistentes Interface bleibt immer noch Gold wert.

  • Skype-Kontakte

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 27.11.2010 in Berufliches, Büro, Internet, Technik

    Schön, wenn man seinen Frust los wird.

    Ich mag Skype. In meinem Alltag ist es totel wichtig. Mit Kollegen hat man so immer einen Kanal offen, um schnell mal eine Frage loszuwerden, sich am Telefon zu verabreden oder sich die neuesten Links zu schicken (die man vorher bei twitter aufgelesen hat).
    Damit bleibt alles in einem kleinen überschaubaren Personenkreis. Die Familie ist da, enge Freunde - und eben Kollegen.

    Ich habe gern auch neue Skype-Kontakte, keine Frage, sonst würde mein Skype-Name auch nicht hier auf der Seite stehen, aber (und jetzt kommts) können die Leute, die ich zu meiner Konaktliste hinzufügen soll, nicht mal für fünf Minuten die Mühe machen, und mir in drei knappen Stichworten in die Anfrage tippen, wer sie sind (Link zur eigene Seite vielleicht), woher ich sie kenne (Schule, Berufsverband, Sportverein, Fernsehen, Twitter) und warum sie mit mir skypen wollen?

    Denn - mal ehrlich - eine direkte Anfrage kann mir jeder diekt per Mail schicken. Wer in meiner Skypeliste steht hat quasi Direktzugriff auf meinen Schreibtisch (bildlich!). Mails kann ich ignorieren, das Telefon umleiten, aber mein Skype bleibt an. Skype-Nachrichten haben für mich höhere Priorität.

    Wer in meine Kontaktliste will, der will dauerhaft Kontakt mit mir, da sollte es dann schon einen Grund dafür geben.

    Also, auch wenn die Namen spannend klingen, ohne Grund wird jede Anfrage abgelehnt.

  • Zwei mal Musik

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 06.09.2010 in Berufliches, Gefunden, Internet, Medien, Musik

    Musikvideos, die Spaß machen

    Kommen wir nun zu etwas ganz anderem: Zwei aktuelle Musikproduktionen machen mir wirklich Spaß.

    1. Radiohead Live in Prague

    Hier haben Fans ein Konzert aufgezeichnet und hinterher zusammengeschnitten. Radiohead hat es scheinbar auch gefallen, sie haben den Soundtrack dazu gegeben.

    2. Arcade Fire: The Wilderness Downtown

    Ein Musikvideo im Browser basierend auf HTML5 unter Einbeziehung von Google-Street-View-Content. Das geht hier in Deutschland natürlich nicht. Man muss sich also eine exotische Kulisse aussuchen.

  • HTML als Kulturtechnik

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 31.08.2010 in Berufliches, Internet, Technik · 1 Kommentar

    Als ich das Internet mit dem WWW 1994 kennenlernte, hatte ich das Gefühl, dass jeder, der sich dort umtrieb in der Lage war, HTML-Dokumente zu schreiben. Das Web war nicht schön – aber jeder konnte dort publizieren.

    Im Laufe der Zeit sind viele Sachen besser geworden: Es gibt nicht mehr so viele dieser "Augenkrebs-Seiten". Ein Grund dafür ist, dass wohl die meisten der Autoren auf Werkzeuge wie Wordpress umgestiegen sind und sich um HTML nicht mehr kümmern müssen. Auf der einen Seite wurde dadurch viel mehr Menschen das Publizieren im Web ermöglicht. Andererseits sind diese Menschen aber abhängig von den Werkzeugen und Plattformen.

    Wenn ich mir vorstelle, in ein paar Jahren würden die Wordpress-, Joomla-, Blogger-, Facebook-, Platformen ihre Geschäftsmodelle grundlegend ändern (Geld nehmen, dicht machen), dann gehe ich davon aus, dass es nur noch sehr wenige Menschen gibt, die die Techniken des Publizierens im Web beherrschen. Und damit sind wir vom demokratischen Medium – Jeder ist Sender / Jeder ist Empfänger – weg, hin zum "interaktiven Fernsehen.

    Was also tun? Mehr HTML-Kurse. Mehr Grundlagenvermittlung aller Orten. Vielleicht auch wieder mehr lokale Tools (ja, Dreamweaver hatte man wenigstens auf seinem Rechner), die die Arbeit mit diesen Grundlagen (=HTML) erleichtern. Und: ja, wieder mehr hässliche Seiten. Auf jeden Fal dafür sorgen, dass die Kulturtechnik HTML nicht verloren geht.

    Diese Gedanken sind Reaktion auf den erhellenden Artike "The Web is dead" in der aktuellen iPad-Augabe der WIRED. (Es gibt diesen Artikel auch im freien Web)

  • Online-Rechner

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 04.05.2010 in Energie, Gefunden, Internet

    EnergieAgentur NRW bietet verschiedene Online-Tools.

    Über die Website der EnergieAgentur.NRW www.ea-nrw.de (Menü Info&Service, Online-Tools) können eine Reihe von Online-Tools und Rechnern auf- und abgerufen werden. Darunter zum Beispiel ein "Energiesparlampen-Assisten", eine Datenbank sparsamer Haushaltsgeräte, ein Stromcheck für Haushalte oder ein Heizenergiecheck. Die einzelnen Sachen habe ich mir noch nicht vorgenommen, und kann daher nichts über die Qualität der Ergebnisse sagen. Für die Zahlenfüchse unter uns aber sicher wieder spannend…

  • Bioladen-Website

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 11.06.2009 in Bioladen, Internet

    Bildschirmfoto der Bioladen-Website v. 10.6.09
    Bildschirmfoto der Bioladen-Website v. 10.6.09

    Der Bioladen ging im März mit einer Website online. Das ist prinzipiell zu begrüßen, leider wurden hier aber einige Chancen vertan.

    Gesamteinruck "Schade"

    • die Seite vermittelt nicht die Stimmung des Ladens
    • die Seite passt nicht in die Zeit
    • die Seite vergibt Chancen

    Inhalte

    • Seite mach insgesamt einen sehr statischen Eindruck
    • der Netzwerkgedanke, der "Germeinschaft" der Vereinsmitglieder wurde völlig ignoriert, viele sonst schwachsinnige Web2.0-Spielereien könnten hier sinnvoll genutzt werden
    • Mitglieder sind gar nicht einbezogen in Erzeugung von Inhalten
    • Website betreiber scheinen nicht mit aktuellen Inhalten nachzukommen
    • es ist keine klare Zielgruppe zu erkennen. Was bringt die Seite dem ständigen Ladenbesucher/Vereinsmitglied? Was bringt die Seite einem potentiellen Neukunden? Was bringt die Seite jemandem von außerhalb, einem Weimarbesucher?

    Gestaltungsfragen

    • zu viel rot, das zieht das ganze runter
    • der inhaltsbereich ist zu klein, nimmt zu wendig raum ein
    • logo unten ist sehr fragwürdig. besser oben, in vielen kontexten ist es einfach nicht zu sehen
    • inhalt im frame ist einfach für den besucher nervig

    Technik

    • die seite ist nicht nach den standards des W3-Consortiums validiert. das heißt der HTML-Quelltext entspricht nicht den Sprachregeln. prüfe: http://validator.w3.org/

    Ich kenne die Ausschreibung nicht und auch nicht die Umstände der Umsetzung. Aber es ist ein leichtes, die Website anderer Bioläden durchzusehen und zu vergleichen. Eine Menge Läden ist noch auf einem sehr frühen Stand der Web-Technik, es gibt aber auch sehr schöne Beispiele. Aber gerade im Weblog-Sektor hat sich im grünen Bereich einiges getan und hier sollte man mit einer Website ansetzen. Ich vermute aber, dass hier erstmal für eine Weile Stillstand einsetzt, da das Budget erstmal alle sein wird.

  • Projekt ›Weltenbau / Kommunikationsarbeitsplatz‹

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 15.02.1997 in Internet, Medien, Studium

    Wintersemester 1996/1997

    Modell des Komminukationsarbeitsplatzes
    Modell des Komminukationsarbeitsplatzes

    »Es galt Welten zu bauen. Im Spannungsfeld zwischen den Schlagworten Datenautobahn, Internet, Multimedia, Das papierlose Büro, Simulation, Medien, virtuelle Architektur, sollten Produkte entstehen, die eine Welt für sich formulieren und damit an der Schwelle zwischen dem haptischen Vorhandensein in der realen Welt und der Nutzbarkeit in der virtuellen Welt stehen …«

    Dieses Projekt habe ich gemeinsam mit Georg Dümlein und Thore Schmidt-Tjarksen bearbeitet. Auch hier sind viele Elemente enthalten, über die man heute schmunzeln kann, aber auch andere Elemente, die bis heute noch nicht umgesetzt worden sind.

    Zur Projektpräsentation

  • Virtuelle Welten

    veröffentlicht von Martin Kohlhaas am 20.12.1994 in Berufliches, Gefunden, Internet, Technik, VR

    Alte Projekttexte von 1994 wiederbelebt

    In der letzten Woche hat mich die Neuromancer-Trilogie wieder zurück in die Vergangenheit gebeamt. In dem bei Heyne erschienenen Bundle habe ich jetzt erstmals alle drei Bände am Stück gelesen (damals – vermutlich aus aus Faulheit – nur den Neuromancer). Das tat gut. Noch besser tat allerdings das Nachwort von Sascha Mamczak, welches mich an meine eigenen ersten Schritte in der digitalen Welt erinnerte. Doch richtig nahegehend war dann der letzte Satz im Nachwort:

    „Der Cyberspace ist heute, dreißig Jahre nach William Gibsons «Neuromancer», nicht mehr dort, er ist hier – da wo wir gerade sind. Die andere, die neue Welt ist nun die, in der es keinen Netzanschluss gibt, in der das Handy nicht funkioniert, in der irgendjemand den Stecker gezogen hat. Von dieser anderen Welt wissen wir kaum etwas. Beste Voraussetzungen also, sie neu zu erschaffen.“

    Doch nun etwas Retrospektive:

    Im Sommersemester 1994 wurde an der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar (heute Bauhaus-Universität Weimar) ein Projekt zum Spiel mit / zur Erforschung von Virtueller Realität ausgeschrieben. Die Teilnehmer sollten möglichst interdisziplinär aus allen Bereichen der Uni kommen (Architektur, Design, Informatik, Psychologen aus Jena) Ich habe mich als Produktdesignstudent dafür beworben und nachfolgenden Text als Projektmotivation eingereicht. Aus diesem Projektthema kam ich dann bis zum Ende meines Studiums 1997 nicht mehr raus. Der zweite Teil des Textes dokumentiert ein frühes Konzeptpapier im Projekt für die Gestaltung eines virtuellen Raumes. Was für ein Spaß, die damaligen Ideen heute nach 17 Jahren wieder zu lesen. Spannend aber auch, dass die Grundvision immernoch nicht umgesetzt ist. Das Web ist zwar viel grafischer und interaktiver geworden. Statt Mosaik als Browser haben wir jetzt eine viel größere Auswahl, die Geschwindigkeit im Netz hat sich vervielfacht, aber das Metaversum hat sich in dieser Form noch immer nicht verwirklicht.

    Virtual Design! Statement zur Frage warum ich bei dieser Projektgruppe mitmache.

    Die Welt wird immer komplexer. Renaissance-Menschen, die auf allen Gebieten Ahnung haben gibt es nicht mehr. So auch im Design. Die Spezialisierung nimmt zu. Die Notwendigkeit der Kommunikation mit anderen, mit Fachleuten, wird immer wichtiger. Deshalb ist diese Projektgruppe ein kommunikatives Testfeld für mich.

    Keiner weiß, was die VR kann, was sie ist. Ich gehe davon aus, dass die Möglichkeiten unbegrenzt sind. Probleme wie Statik, Materialität, Maßstäblichkeit oder Realisierbarkeit stehen nicht so, wie wir sie gewohnt sind. Ich sehe deshalb wieder einen anderen, hoffentlich spielerischen Zugang zum Entwurfsprozess kommen. Die Erfahrungen in der VR wirken sich aus auf die Sicht der Außen und Innenwelt. Ich wünsche mir eine Erweiterung der Phantasiewelt und darüber eine Veränderung der Dingwelt.

    Design schafft neue Produkte. Produkte schaffen Müll. Aber es gibt auch gute Produkte und Design wird es immer geben.

    Die VR. Ein leerer Raum. Ein schwarzes Loch – vielleicht. Der Cyberspace wird besiedelt. Am Anfang von Freaks. Zum einen Technofreaks mit der Lust an endlosen Datentransfers, zum anderen alte 68er mit dem Wunsch nach dem Erlebnis der Anarchie und neuen Sinnräumen. Da gibt es noch keine Probleme. Jeder wird sich seine Umgebung nach seinen Phantasien gestalten. Was aber, wenn die Kunde vom Netz erst an die Öffentlichkeit gedrungen ist, wenn massenweise Leute im Netz arbeiten wollen. Wenn nicht mehr der Netsurf, als Spaß, sondern konkrete Probleme an der Tagesordnung sind? Diese unbelasteten Leute werden nicht erst eine Umgebung gestalten wollen. Da heißt es anschalten und loslegen. Gebraucht werden Vorschläge für fertige Welten, fertige Strukturen und Segmente, um Welten mit einfachsten Mitteln zu verändern und sich zurechtzufinden. Dieses Problem ist eine Gestaltungsaufgabe. Hier geht es um Schnittstellendesign zwischen Mensch und Umwelt. Es geht um Gebrauchswerte, um Produkterkennbarkeiten, um Bedienungsfreundlichkeit und Ästhetik. Und was ist das alles, wenn nicht Design?

    Die visuellen Aspekte des virtuellen Kommunikationsraumes

    • Wir müssen uns bewusst sein, dass wir in einem für uns unbekannten Medium arbeiten, dessen Möglichkeiten uns nur in Bruchteilen bekannt sind. Alles, was wir in der VR visuell gestalten, wird und kann nur eine Reproduktion unserer momentanen Seherfahrungen sein.
    • Bei der Erarbeitung für visuelle Konzepte sehe ich einen Vorteil darin, sich an bestehenden Vsionen aus dem Film oder der Science-Fiction-Literatur zu orientieren. Dieses Modell hat ja zum Beispiel in der Raumfahrt auch schon Ergebnisse gebracht.
    • Alles, was wir erdenken, wird möglich sein. Alles, was möglich ist, wird irgendwann entstehen. Wir dürfen uns bei den Ideen nicht durch scheinbare technische Beschränkungen selbst einschränken.

    Konzeption für den virtuellen Gesamtraum

    1. Vorbetrachtungen

    warum basteln wir eigentlich an einer Gestaltung für den virtuellen Raum? Im folgenden will ich versuchen, diese Frage für mich zu klären, indem ich den dreidimensionalen Raum in das System der Netzwerke einordne. Bisher kenne ich das WWW als monitorgebundene textuelle Bedienoberfläche des Internet, in welchem die verschiedensten Dienste des Internet eingebunden sind und genutzt werden können. Bei der Arbeit mit dem WWW stellt sich für mich immer wieder das Problem der Bedienbarkeit. Sprache: alle Texte, die wir anbieten, privat oder als Hochschule müssten eigentlich sowohl auf Deutsch als auch in englischer Sprache angeboten werden, um eine größtmögliche Lesbarkeit zu erreichen. Andererseits haben wir Probleme bei der zielgerichteten Suche nach Informationen innerhalb unübersichtlicher Themenlisten und Bibliotheksbeschreibungen. Es gibt Ansätze, wo Anbieter eine graphische Oberfläche auf ihrer Homepage anbieten. Die Orientierung findet hier auf einer symbolischen Ebene statt. Unsere Bemühungen für eine Visualisierung des dreidimensionalen Raumes sehe ich nun als eine dritte Möglichkeit „Ordnung“ ins Netz, besser gesagt Orientierung, zu bringen. Die Vorstellung, die Welt des Internet in eine architektonisch dreidimensionale Sprache übersetzen zu sollen, fällt mir nicht schwer, schon weil auch die Literatur hier immer wieder neue Fantasien bringt.

    2. Parallelität und Differenzen zur Realität

    2.1 Gestaltung

    Im Folgenden bezeichne ich den virtuellen Raum mit Metaversum, womit ich die Gemeinsamkeiten mit den gestalterischen Konzeptionen aus Neal Stephensons „snow crash“ bezeichnen will. Bei der Gesamtgestaltung des Metaversums halte ich es für nützlich, auf Erfahrungen aus der Realität sowie aus der bekannten SF-Literatur/Film aufzubauen, um einen schnellen Umgang sowie ein schnelles Zurechtfinden im Metaversum zu ermöglichen. Das heißt, es gibt grundsätzlich, wie wir es gewohnt sind nur eine "Erdoberfläche". Das Leben im Metaversum spielt sich also innerhalb der uns gewohnten Dimensionen ab. Die Erlebnismöglichkeiten wachsen durch die Bewegungsarten ja trotzdem. Im Gegensatz zur Realitaet gibt es keine Erdkrümmung. Wir bewegen uns also zurück zu der Vorstellung von der Welt als Scheibe. Außerdem gibt es keine Sonne – warum auch. Die Grundhelligkeit kann im Rechner erzeugt werden. Ein Klima existiert auch nicht. Die Konzeption sieht die Bereitstellung einer Infrastruktur in Form einer Straße mit ausgewiesenen „Stadtvierteln“ vor. Die Stadtviertel sind inhaltlich voneinander abgetrennt. Mein Vorschlag ist die vorläufige Einrichtung von Vierteln für Wissenschaft, Spiele, Hacker; kommerzielle Anbieter (Werbepräsentationen von Firmen o.a.), cybersex (Rotlichtviertel). Die Anbieter bzw. User präsentieren ihre Adresse im Metaversum durch ein Bauwerk. Dabei stellt sich die Frage, inwiefern es einen "Bebauungsplan" geben kann oder sollte, der eine einheitliche Grundfläche von Bauwerken vorschreibt. Das Betreten eines Bauwerks ist gleichbedeutend mit einem Login bei der entsprechenden Adresse. Sehe ich uns als Anbieter eines solchen Modells des Metaversums, so haben wir also bereitzustellen: - Straßen - Markierungen und Ausweisungen der Atadtviertel (Ortsschilder, Farbigkeit, Beleuchtung) - Bewegungstools - Tools zum Bau von Gebäuden Im Hintergrund bedeutet das auch die Programmierung der Links, die absichern, dass ich beim betreten des Gebäudes auch an der richtigen Adresse lande. Meine Konzeption sieht also vor, das Metaversum als Variante einer komplett grafischen Oberfläche des Internet anzubieten. Und zwar als in einer mailbox oder wie auch immer in einer Adresse zur Verfügung stehendes 3D-Modell. Dieses ist anwählbar zum Beispiel ueber Mosaik unter unserer Hochschuladresse. Das 3D-Modell würde dann auf den Rechner des Nutzers geladen, wo dieser dann die Möglichkeiten, wie im Mosaik hat, sich durch verschiedenste Adressen oder Anwendungen zu zappen oder nach Informationen zu suchen.

    2.2 Constraints

    A: Nutzung Dieses System ist im Beginn ausgelegt für eine Ein-Personen-Monitor-Nutzung. Das heißt, wenn ein Nutzer Informationen an andere Nutzer hinterlässt, werden sie im 3D-Modell hinterlassen und an unsere Adresse zurückgesandt. Der nächste Nutzer erhält das Modell in der neuen Fassung und kann darin weiterarbeiten. Der Übergang zu einer Dreidimensionalen Nutzung für mehrere Personen mit HMD ist meiner Meinung nur noch eine Frage der technischen Möglichkeiten und der Netzgeschwindigkeit. Das 3D- Modell existiert dann schon.

    B: Bewegung Einen wunderschönen Effekt des virtuellen Raumes sehe ich in der Erlebbarmachung des Zurücklegens von großen Entfernungen. Deshalb ist die Straße in meinem Konzept sehr lang und die Stadtviertel liegen im Metaversum entsprechend weit auseinander. In unseren dimensionen gesprochen zwischen 20 und 1000 Kilometer. Darin sehe ich auch einen Vorteil für die Optimierung der Rechenleistung. Befinde ich mich im Hackerviertel, so ist nur dieses grafisch zu berechnen, da die anderen Viertel so weit entfernt sind, dass sie gar nicht zu sehen sind. Die Möglichkeit besteht weiterhin jedes der Viertel als einzelnes 3d-Modell zu entwerfen und jeweils nur ein Viertel zu laden. Will ich in ein anderes Viertel wechseln, so wird dieses geladen. Der wechsel der Stadtviertel erfolgt in meinem konzept auf zweierlei Wegen. Der erste und und meiner Meinung nach einfachere ist der Weg ueber die Transferbox: Jeder Stadtteil hat eine Transferbox an der Straße. Vergleichbar ist diese mit einer U-Bahn-Station. Diese Stationen habe ich als transparente Objekte entworfen, die in ihrem Aussehen einer Telefonzelle nicht unähnlich sind. Betrete ich nun so eine Box, erscheint ein Terminal vor mir, welches vorher nicht da war. (es muss nur berechnet werden, wenn sich die Koordinaten des Nutzers in der Transferbox befinden). Auf dem Terminal ist ein Plan des Metaversums abgebildet. Ich kann durch Berühren des Stadtteils zu dem ich wechseln will, den Transfervorgang auslösen. (Möglich wäre auch eine Variante in welcher bei kurzzeitigem Berühren des Stadtteils mir zuerst nur Informationen über diesen Stadtteil geliefert werden.) Der Beam-Vorgang sieht so aus, dass ich mich nach Wahl des neuen Viertels (nach kurzer Rechenzeit) sofort in der Transferbox des gewählten Stadtteils befinde. Ich kann aus dieser heraustreten und mich frei im neuen Viertel bewegen. Ein anderer Weg wäre die Möglichkeit über spezielle Tools die Entfernungen direkt zurückzulegen. Beispielsweise mit der Nutzung eines Motorrades (Anleihe von Stephenson). Die Programmierung solcher Tools sei dann allerdings spielwütigen Hackern überlassen. Diese Variante würde den Spiel-, Spaß-, Erlebniseffekt des Metaversums beträchtlich erhöhen. Man stelle sich nur vor, ich steige vor meinem haus auf ein Motorrad oder in einen Ferrari und fahre mit Überschallgeschwindigkeit mal eben 10.000km zwei Stadtviertel weiter, um virtuell Golf zu spielen. (Erlebnisberichte vom virtuellen Motorradrennen nachzulesen in „snow crash“)

    C: Menschen Das sind Probleme, die erst mit der Möglichkeit mehrerer Nutzer mit HMD auftreten, die aber jetzt schon angedacht werden müssen. Bei der Darstellung von Menschen müssen wir hin kommen zu einer genauestmöglichen Darstellung des menschlichen Körpers im speziellen des Gesichts. Siehe Thomas Schubert (nonverbale Kommunikation über die Gesichtszüge). Das erfordert hohe Rechenleistungen so dass außerhalb von geschlossenen Räumen, das heißt auf den Straßen des Metaversums die Leute als Netz-Modelle oder durchsichtige Körper herumlaufen könnten. (wieder eine Anleihe von Stephenson) damit stellt sich auch nicht die Frage der Berechnung von Kollisionen untereinander. Man geht einfach durcheinander durch. In Gebäuden oder in meinen privaten Räumen möchte ich dann schon als komplette Grafik erscheinen und auch nicht durch jeden tisch durchlaufen können.

    D: Informationshandling Die Übergabe von Informationen finde ich bei snow crash schön geregelt über so genannte hypercards (Warum Neues machen, wenn es schon gute Ideen gibt). Ich packe meine Informationen an eine Adresse in eine hypercard (ein visualisiertes Verzeichnis) und gebe diese an die Zielperson direkt oder per Post weiter. Die Übergabe direkt erfolgt von Hand zu Hand – im Hintergrund also von Rechner zu Rechner. Die Übergabe mit der Post stelle ich mir so vor, dass meine Mailbox in der ich Post empfange auch gleichzeitig zum verschicken dient. Ich gehe also zu meiner Mailbox (wie die ausieht, da gab es ja schon vorstellungen) und gebe die hypercard auf die Adresse, worauf sie verschwindet. Für die Freaks unter uns gäbe es da noch die Idee von der Programmierung eines hübschen Postbotendämons, den ich rufe, ihm die Adresse sage, und der dann in Windeseile die Post zustellt. Dabei spielt es keine Rolle, was so eine hypercard für Informationen enthält (Texte, Ton, Animationen). Die hypercard selbst enthält nur eine Bezeichnung der Information. dabei fällt natürlich auch eine Klassifizierung von Informationen unter den Tisch. Was jeder mit den hypercards in seinem Privatbereich macht, bleibt den usern selbst überlassen. Die Möglichkeiten wären zum Beispiel alle hc’s an eine Pinnwand zu hängen oder die Informationen alle als Information selbst in einem Info-Raum darzustellen (chaos).

    3. Realisierungsschritte

    1. Fakt ist, noch sind VR-systeme nicht an jeder Netz-Station angeschlossen. Deshalb also der Schritt über eine Monitor-Nutzung hin zu einer späteren VR-Nutzung des Metaversums.
    2. müsste es doch hinzukriegen sein, das 3D-Modell des Metaversums (ich meine zuerst die Infrastruktur mit unseren eigenen Gebäuden) irgendwie auf eine Seite des WWW zu kriegen und den Leuten anzubieten. Das kann im Anfang auch direkt erfolgen, das heisst jeder bringt jemanden mit, der sich sein eigenes Häuschen bauen kann, um erst einmal zu sehen, was die Leute so machen.
    3. Der Schritt an die anderen UNIs. Studenten sind ja hier in Deutschland die Leute, die am einfachsten ans Netz kommen (noch) und auch die längste Zeit dort verbringen. Über eine direkte Metaversum-Eigenwerbung im WWW sollte es doch möglich sein, das Teil zu beleben und da Bewegung rein zu bringen. Dann klären sich auch Fragen des Informationshandlings auf einer praktischen Ebene.
    4. Nach einer vielleicht halbjährigen Belebungs- und Testphase für das Metaversum, würde ich – wahrscheinlich mit einer überarbeiteten Version, in der aber alle bisherigen Nutzer drinnbleiben – den Weg zu kommerziellen Anbietern suchen. Dabei meine ich auch und gerade Werbung und würde mich davon nicht abschrecken lassen. Durch den, meiner Meinung nach, sehr hohen Erlebniseffekt des metaversums aufgrund seiner Gestaltung, sollte dort der Anreiz für kommerzielle Anbieter am größten sein. Über solche Anbieter (vielleicht Spiele oder interaktive Werbespots), könnte dann auch wieder ein neuer Nutzersog entstehen, der die Attraktivität dieses neuen Netzmediums erhöhen würde.

    Auf zu neuen Welten! Unsere Chance für eine berufliche Zukunft liegt darin, jetzt schon die Standards für morgen zu setzen.

    „… und hinter der alten Stadt geht die Sonne auf – und wir fliegen.“
    Martin Kohlhaas; 20.12.1994

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